Raumsysteme: Bauarten, Maße und Einsatz
Ein Raumsystem ist eine werkseitig vorgefertigte Raumeinheit, die vor Ort gekoppelt, gestapelt oder als Wandsystem aufgestellt wird. Dieser Beitrag ordnet die Bauarten, nennt die Maße und zeigt, wann eine Genehmigung nötig wird.
Raumsysteme sind werkseitig vorgefertigte Raumeinheiten, die vor Ort gekoppelt, gestapelt oder als Wandsystem aufgestellt werden. Es gibt zwei Familien: umbaute Baukörper wie Raumcontainer und Production-Trailer, dazu Wandsysteme wie Octanorm-Systembau und textile Abtrennungen. Über Genehmigung, Ausstattungstiefe und Beschaffungsform entscheidet die Aufstelldauer, nicht die Bauart.
Was sind Raumsysteme?
Raumsysteme sind werkseitig vorgefertigte, selbsttragende Raumeinheiten auf Stahlrahmen, die vor Ort zu größeren Einheiten gekoppelt oder gestapelt werden. Sie entstehen in der Fabrik statt auf der Baustelle und lassen sich zerlegen und andernorts wieder aufstellen. Die Definitionsachse ist die Bauweise, nicht der Zweck des Raums.
Ein Raumsystem im Singular meint die einzelne Einheit, der Plural die Anlage aus mehreren gekoppelten Einheiten.
Der Begriff ist weiter, als die meisten Anbieterseiten ihn führen. Ein Raumsystem muss keinen eigenen Baukörper haben: Systemtrennwände, Messebausysteme und textile Abtrennungen bilden Raum innerhalb eines bestehenden Gebäudes, ohne Dach und ohne Fundament. Wer nur Container zeigt, unterschlägt die halbe Gattung. Verwandte Begriffe aus diesem Umfeld stehen im MOJO-Glossar.
MOJO vermietet beide Familien und stellt sie auf. Wie sich die Bauarten kombinieren lassen, zeigt die Übersicht mobile Raumsysteme mieten.
Welche Arten von Raumsystemen gibt es?
Raumsysteme teilen sich in zwei Familien: Baukörper, die eine eigene Hülle mitbringen und im Freien stehen können, und Wandsysteme, die Fläche innerhalb eines Gebäudes gliedern. Jede Familie tritt in zwei Bauformen auf. Unterschieden werden sie nach Tragwerk, Aufstellart und Rückbaubarkeit. Die Funktion, also Büro, Sanitär oder Lager, ist erst die zweite Ebene.
| Bauform | Tragwerk | Bauarten | Aufstellung |
|---|---|---|---|
| Raumcontainer | selbsttragender Stahlrahmen | Raum-, Büro-, Kassen-, Werkstatt- und Lagercontainer | Kran oder Ladekran, ebene Stellfläche |
| Fahrbare Einheit | Fahrgestell mit festem Aufbau | Production-Trailer, Mannschaftsanhänger, Produktionsanhänger | rangieren und abstützen, kein Kran |
| Systembau aus Profilen | verschraubte Aluminiumständer | Messestände, Kabinen, Hallenbüro | Handmontage, kein Fundament |
| Textile Abtrennung | Rohrgerüst mit Stoffbahnen | Pipe & Drape | frei stellbar, blickdicht, nicht verschließbar |
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Die Baukörper führt MOJO als modulare Raumcontainer und Containeranlagen. Dazu gehören Raumcontainer von 10 bis 20 Fuß als Büro- oder Kassenraum, ein Lagercontainer für Material sowie Production-Trailer und Mannschaftsanhänger, die ohne Kran auf den Platz kommen.
Für Raum in der Halle stehen modulare Systembauten aus Octanorm-Elementen bereit, im Bestand über 6.000 laufende Meter an vier deutschen Standorten. Geht es nur um Sichtschutz und eine Flächengliederung, die abends wieder verschwindet, reicht Pipe & Drape als textile Wand.
Ein Sonderfall der zweiten Familie ist das Hallenbüro. Es trennt mit Systemwänden eine Bürofläche aus einer Werkstatt oder Lagerhalle heraus, ohne in das Gebäude einzugreifen: kein Fundament, keine Durchbrüche, Rückbau ohne Spuren. Gegenüber eingestellten Containern gewinnt das Hallenbüro Fläche, weil zwischen zwei Räumen nur eine Wandstärke steht statt zweier Containerwände mit Zwischenraum. Eine eigene Decke bringt es dafür nicht mit, und die Schalldämmung bleibt begrenzt.
Modulmaße, Transport und Aufbau
Das Längenraster temporärer Raumcontainer folgt dem Fuß-Maß des Seecontainers: 10 Fuß sind rund 3,00 Meter, 20 Fuß rund 6,06 Meter, bei einer Außenbreite um 2,44 Meter. Zwei gekoppelte 20-Fuß-Einheiten ergeben eine Duoanlage von etwa 5 mal 6 Metern. Dieses Raster bestimmt Transport, Aufbau und Grundriss gleichzeitig.
- Transportbreite: § 32 StVZO lässt 2,55 Meter Fahrzeugbreite zu. Eine Einheit mit 2,44 Metern bleibt darunter und fährt ohne Sondererlaubnis. Breitere Module brauchen eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO.
- Kranbarkeit: Raumcontainer werden an Eckbeschlägen abgesetzt. Neben dem Stellplatz muss die Fläche für den Kran frei bleiben, was in der Planung öfter klemmt als der Grundriss.
- Stapelung und Kopplung: Beides setzt eine waagerechte, tragfähige Stellfläche voraus. Der Nachweis zu Flächenlast und Standsicherheit gehört vor die Anlieferung.
- Montage in der Halle: Systembau und textile Wände kommen zerlegt auf Paletten. Der Aufbau braucht Personal und ein Zeitfenster, aber weder Kran noch Zufahrt bis an den Standort.
- Anlieferung: Das Zeitfenster gehört in den Load-in und die Aufbauplanung.
Untergrund, Anschlusskonzept und die Position im Gelände behandelt der Beitrag Mobile Infrastruktur ausführlich.
Ausstattung und Technik
Ein Raumsystem ist keine leere Hülle. Die Ausstattung wird werkseitig eingebaut und bestimmt, welche Nutzung die Einheit trägt: ein Kassencontainer braucht Fenster und Tresen, ein Bürocontainer Dämmung und Heizung. Danach richtet sich auch der Mietpreis.
- Hülle und Fenster: Wärmedämmung, Isolierverglasung, abschließbare Türen. Hersteller nennen für beheizte Einheiten den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2; bei befristeter Aufstellung ist die Geltung im Einzelfall zu klären.
- Elektrik: Verteilung, Steckdosen, LED-Beleuchtung, Heizung oder Klimagerät. Die Anschlussleistung je Einheit gehört in die Bedarfsliste, bevor der Stellplatz feststeht.
- Sanitär: WC-, Dusch- und Waschräume als eigene Bauart, angebunden an das Sanitärkonzept.
- Einrichtung und Zubehör: Tische, Stühle, Schränke, Garderoben. Bei Umkleide- und Aufenthaltsräumen entscheidet die Möblierung über die Arbeitsumgebung, etwa im Green Room oder im Back of House.
- Zugang: Treppen, Podeste und Rampen sind Zubehör, keine Selbstverständlichkeit. Ohne Rampe ist eine gestapelte oder aufgeständerte Einheit nicht barrierefrei.
Wird in der Einheit dauerhaft gearbeitet, greift die ASR A1.2: mindestens 8 Quadratmeter Grundfläche, je weiterem Arbeitsplatz 6 Quadratmeter, lichte Höhe mindestens 2,50 Meter bei Flächen bis 50 Quadratmeter. Über wenige Tage ist die Regel nicht einschlägig.
Temporär oder dauerhaft: was die Aufstelldauer entscheidet
Die Aufstelldauer ist die wichtigste Größe im ganzen Thema. Sie entscheidet über die Genehmigung und darüber, ob gemietet oder gekauft wird. Dieselbe Bauart kann drei Tage auf einem Festivalgelände oder drei Jahre als Schulerweiterung stehen.
| Aufstelldauer | typischer Fall | Ausstattungstiefe | Beschaffung |
|---|---|---|---|
| Tage bis Wochen | Veranstaltung, Messe, Pop-up | Strom und Möblierung, selten Sanitär je Einheit | Miete samt Auf- und Rückbau |
| Monate | Baustelle, Interim bei Umbau, Ersatzfiliale | Dämmung, Heizung, Sanitäranbindung | Miete, oft mit Verlängerungsoption |
| Jahre | Schule, Klinik, Werkserweiterung | Wärmeschutz, Brandschutz, Standsicherheitsnachweis | Kauf oder Langfristmiete |
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Wo eine Einheit über zwei Jahre hinaus steht, verschieben sich die energetischen Anforderungen. Diese Schwelle ist in Mobile Infrastruktur ausgeführt.
Wann ein Raumsystem genehmigungspflichtig wird
Über die Genehmigungspflicht entscheiden Aufstelldauer, Nutzungsart und Personenzahl, nicht die Bauart der Einheit. Ein Bürocontainer auf dem Baufeld und derselbe Container als Aufenthaltsraum für Publikum werden unterschiedlich behandelt. Eine bundesweit gültige Zahl gibt es nicht.
- Aufstelldauer: Die Schwellen für verfahrensfreie Aufstellung stehen in den Landesbauordnungen und weichen je Bundesland ab. Vor der Buchung beim zuständigen Bauamt klären, nicht danach.
- Nutzungsart: Aufenthaltsräume, Verkaufsräume und Arbeitsräume tragen höhere Anforderungen als reine Lagerflächen.
- Personenzahl: Ab einer bestimmten Besucherzahl greift die Versammlungsstättenverordnung. Was daraus folgt, steht unter Versammlungsstätte.
- Wiederholte Aufstellung: Einheiten, die wiederholt an wechselnden Orten aufgestellt und zerlegt werden, können als Fliegender Bau einzuordnen sein. Ob das für ein konkretes Raumsystem gilt, prüft die Genehmigungsbehörde.
- Rettungswege im Bestandsgebäude: Wer eine Halle mit Einheiten füllt, verändert ihre Rettungswege und unter Umständen die Wirkung einer vorhandenen Löschanlage. Die Anordnung gehört mit dem Betreiber abgestimmt, nicht nachträglich korrigiert. Grundlagen dazu stehen unter Fluchtwege und Brandschutz.
Im Veranstaltungsfall läuft das über die Veranstaltungsgenehmigung mit. Als Vermieter liefert MOJO die technischen Unterlagen zu, die Genehmigung beantragt der Veranstalter oder der Bauherr.
Einsatzbereiche nach Branche
Raumsysteme lösen in jeder Branche dieselbe Aufgabe: Sie schaffen umbauten Raum dort, wo kein Gebäude steht oder das vorhandene nicht passt. Was sich unterscheidet, sind Nutzungsdauer, Ausstattung und die Anforderung an das Erscheinungsbild.
- Live Entertainment: Produktionsbüros, Garderoben und Cateringflächen hinter der Bühne, oft nur für ein Wochenende: mobile Raumsysteme für Live Entertainment.
- Sportevents: Akkreditierung, Zeitnahme und Umkleiden entlang der Strecke oder am Stadion: mobile Infrastruktur für Sportevents.
- Corporate Events: Empfang, Besprechungskabinen und Rückzugsräume in Hallen, meist in Systembau statt als Container: mobile Raumsysteme für Corporate Events.
- Behörden und Einsatzkräfte: Lagezentren, Registrierung und Unterbringung mit kurzer Vorlaufzeit, siehe mobile Raumsysteme für Government.
- Bau: Auf der Baustelle stehen Einheiten als Bauleitung, Aufenthaltsraum und Materiallager, meist über Monate und häufig gestapelt, weil die freie Fläche knapp ist.
- Industrie: Meisterbüro an der Fertigungslinie, Werkstatt- und Prüfraum, dazu ein Hallenbüro, das eine Fläche ohne Umbau abtrennt. Die Arbeitsumgebung entscheidet hier über die Ausstattung: Schalldämmung neben lauter Fertigung, Verglasung mit Sicht auf die Linie.
Wie viel Fläche je Person zu rechnen ist, gehört in die Flächenplanung. Für kurzlebige Formate wie ein Pop-up Event zählt vor allem die Aufbauzeit.
Raumsystem mieten oder kaufen?
Für befristete Nutzung verschiebt die Miete die Kostenfrage von der Anschaffung auf Transport, Montage und Rückbau. Gekauft wird, wenn eine Einheit über Jahre am selben Standort bleibt und der Betreiber Lagerfläche für Leerstandszeiten hat.
| Kriterium | Miete | Kauf |
|---|---|---|
| Nutzungsdauer | Tage bis Monate | mehrere Jahre |
| Kostenschwerpunkt | Transport, Montage, Rückbau | Anschaffung und Unterhalt |
| nach der Nutzung | Abholung durch den Vermieter | Lagerfläche und Pflege nötig |
| Anpassung an neuen Bedarf | je Projekt neu zusammengestellt | begrenzt auf den eigenen Bestand |
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Die Beschaffungsseite mit Ausschreibung und Bewertung behandeln Beschaffungsprozess Event und Zuschlagskriterien.
Der Planungsablauf im Veranstaltungsfall steht in Mobile Infrastruktur.
Häufige Fragen
Raumsysteme sind vorgefertigte Raumeinheiten, die vor Ort aufgestellt statt gebaut werden. Dazu zählen Raumcontainer und fahrbare Einheiten mit eigener Hülle sowie Wandsysteme, die eine vorhandene Fläche gliedern. Gemeinsam ist ihnen die Montage aus Fertigteilen und der Rückbau ohne Abbruch.
- Raumcontainer als Büro, Kasse, Werkstatt oder Lager
- Fahrbare Einheiten wie Production-Trailer und Mannschaftsanhänger
- Gekoppelte Containeranlagen aus mehreren Einheiten
- Systembau aus Aluminiumprofilen für Kabinen und Hallenbüros
- Textile Abtrennungen für Sichtschutz ohne Baukörper
Das entscheidet nicht die Bauart, sondern Aufstelldauer, Nutzungsart und Personenzahl. In einer genehmigten Halle braucht die Einheit meist keine eigene Baugenehmigung, auf dem Baufeld gilt die Verfahrensfreiheit der Landesbauordnung, bei jahrelangen Aufenthaltsräumen wird ein Verfahren nötig.
| Fall | typische Dauer | was zu klären ist |
|---|---|---|
| Aufbau in einer genehmigten Halle | Tage bis Wochen | Rettungswege der Halle, keine eigene Baugenehmigung für die Einheit |
| Baustelleneinrichtung auf dem Baufeld | Monate | Verfahrensfreiheit nach der Landesbauordnung |
| Aufenthaltsräume über Jahre | Jahre | Baugenehmigung, Wärmeschutz, Standsicherheitsnachweis |
| Einheit auf einem Veranstaltungsgelände | Tage | Einordnung als Fliegender Bau, Versammlungsstättenverordnung |
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- Stellfläche prüfen: waagerecht, tragfähig, entwässert.
- Zufahrt und Kranstellfläche festlegen, Breite und Achslast der Anfahrt klären.
- Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser je Einheit bemessen.
- Aufbaureihenfolge in den Ablauf legen, gestapelte Einheiten zuerst.
- Zugänge ergänzen: Treppe, Podest, Rampe.
- Übergabe dokumentieren und Schäden vor der Nutzung festhalten.
| Nutzung | Empfehlung |
|---|---|
| einmaliges oder wiederkehrendes Projekt | mieten, inklusive Transport und Rückbau |
| dauerhafter Bedarf am festen Standort | kaufen, wenn Lagerfläche und Pflege gesichert sind |
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Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- StVZO § 32 — zulässige Fahrzeugbreite von 2,55 Metern, Grundlage der Transportbreite.
- StVO § 29 Absatz 3 — Erlaubnis für Transporte über die zulässigen Abmessungen hinaus.
- DIN 4108-2 — Mindestwärmeschutz im Hochbau; von Herstellern für beheizte Einheiten genannt, Geltung bei befristeter Aufstellung im Einzelfall zu klären.
- ASR A1.2 — Technische Regeln für Arbeitsstätten, Raumabmessungen und Bewegungsflächen.
- Landesbauordnungen der Bundesländer — Schwellen für die verfahrensfreie Aufstellung, je Land abweichend.
- Versammlungsstättenverordnungen der Bundesländer — Anforderungen ab einer bestimmten Besucherzahl.