Mobile Infrastruktur: mobile Raumsysteme für Veranstaltungen
Auf einer Freifläche gibt es keine Büros, keine Toiletten und kein Lager. Mobile Infrastruktur bringt diese Funktionen als transportable Raumsysteme auf das Gelände und nimmt sie nach der Veranstaltung wieder mit.
Mobile Infrastruktur umfasst alle transportablen Raum-, Sanitär- und Versorgungseinheiten, die für die Dauer einer Veranstaltung aufgestellt und danach vollständig entfernt werden: Sanitäranlagen, Bürocontainer, Lagercontainer und Production-Trailer. Die Einheiten stehen ohne Fundament, brauchen aber eine tragfähige, ebene Stellfläche und eine Zufahrt für das Absetzfahrzeug. Bei befristeter Nutzung ist die Miete der Regelfall.
Was ist mobile Infrastruktur?
Mobile Infrastruktur bezeichnet im Veranstaltungskontext transportable Raum-, Sanitär- und Versorgungseinheiten, die für die Dauer einer Veranstaltung aufgestellt und danach vollständig entfernt werden. Sie ersetzt auf einem Gelände ohne feste Gebäude das, was eine Halle mitbringt: Büros, Toiletten, Umkleiden, Lager und Aufenthaltsflächen.
Der Begriff wird doppelt verwendet. In der IT meint mobile Infrastruktur die Bereitstellung und Absicherung mobiler Endgeräte, im Telekommunikationsumfeld den Netzausbau. Dieser Eintrag behandelt ausschließlich die physische Lesart. Weitere Begriffe aus dem Geländeumfeld stehen im MOJO Glossar von A bis Z.
Container, Raumzelle, Raummodul: die Begriffe
Mobile Raumsysteme bestehen aus selbsttragenden Stahlrahmen-Raumeinheiten, die vorgefertigt geliefert und vor Ort zu größeren Einheiten kombiniert werden. Dieselbe Einheit heißt je nach Herkunft Container, Raumzelle oder Raummodul. Die Unterschiede liegen in Maß, Ausbaustand und Verbindbarkeit.
| Begriff | Was gemeint ist | Typisch im Einsatz |
|---|---|---|
| Container | Einheit in genormten Maßen aus Seefracht und Baustelle, einzeln stellbar | Lager, Werkstatt, Büro |
| Raumzelle | vorgefertigte Einheit mit fertigem Innenausbau, transportfertig geliefert | Sanitär, Büro, Umkleide |
| Raummodul | Raumzelle, die seitlich und übereinander gekoppelt wird | mehrgeschossige Anlagen, große Büroflächen |
| Modulbauweise | Bauverfahren, bei dem ein Gebäude aus vorgefertigten Raummodulen entsteht | dauerhafte Gebäude, kein Veranstaltungsbetrieb |
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Der Unterschied zählt praktisch: Gekoppelte Raummodule verlangen eine durchgehend waagerechte Stellfläche, einzeln gestellte Container verzeihen kleine Höhenunterschiede.
Welche mobilen Raumsysteme gibt es?
Mobile Raumsysteme ordnet man nach Funktion, nicht nach Bauform. Fünf Typen decken den Bedarf einer Veranstaltung nahezu vollständig ab.
- Sanitäreinheiten. Mobile Sanitäranlagen mit Toiletten, Waschplätzen und Duschen. Der Bedarf richtet sich nach Besucherzahl und Dauer, die Reinigung läuft im Intervall über die Laufzeit.
- Büro- und Kassencontainer. Raum- und Bürocontainer für Produktionsleitung, Akkreditierung und Kasse. Ein Bürocontainer braucht Strom, Licht und meist Heizung.
- Lagereinheiten. Lager- und Werkstattcontainer nehmen Material und Werkzeug abschließbar auf, außerhalb des Publikumsbereichs.
- Production-Trailer. Produktions- und Mannschaftsanhänger stehen auf eigener Achse, brauchen kein Absetzfahrzeug und lassen sich kurzfristig umsetzen.
- Umkleide- und Aufenthaltseinheiten. Räume für Crew, Künstler und Ordnungsdienst. Sie rutschen im Plan nach hinten und werden am ersten Aufbautag zuerst vermisst.
Gebündelt finden Sie diese Einheiten unter mobile Raumsysteme für Veranstaltungen mieten. Fehlt eine Netzeinspeisung, versorgt ein Aggregat oder ein Batteriespeicher die Einheiten. Beides braucht eigene Stellfläche und Zeit zum Betanken oder Laden.
Welchen Untergrund und welche Anschlüsse braucht ein Raumsystem?
Die Einheiten stehen ohne Fundament. Sie verlangen aber eine tragfähige, ebene und waagerechte Stellfläche sowie eine Zufahrt für das Absetzfahrzeug. Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser müssen erreichbar sein oder mobil ersetzt werden. Wo diese vier Punkte stimmen, ist das Stellen die kürzeste Etappe des Aufbautags.
- Rasen und weicher Boden. Punktlasten drücken ein. Bodenschutzplatten verteilen die Last und halten die Fahrspur des Absetzfahrzeugs offen.
- Pflaster und Asphalt. Tragfähig, aber selten waagerecht. Höhenunterschiede gleichen Sie mit Unterlegplatten aus, nicht mit Keilen.
- Parkdecks und Tiefgaragendecken. Hier gilt eine Grenze, die der Flächeneigentümer festlegt und schriftlich nennt. Das Gewicht der Einheit steht im Datenblatt des Vermieters.
- Anschlüsse. Strom über Verteilung oder Aggregat, Wasser über Zuleitung oder Tank, Abwasser über Kanal oder Sammelbehälter. Jede mobile Variante belegt selbst wieder Stellfläche.
- Nachweise und Sicherheit. Prüfprotokolle der Elektrik und, wo gefordert, Angaben zum Brandverhalten gehören zur Übergabe. Fragen Sie danach vor der Anlieferung, nicht bei der Abnahme.
- Rückgabezustand. Was drei Wochen unter einer Einheit lag, sieht man erst nach dem Abtransport. Fotografieren Sie die Fläche vor dem Stellen.
Wie Fahrwege, Bodenschutz und Anlieferzeiten in einen Plan kommen, steht in der Aufbauplanung.
Wo stehen die Einheiten auf dem Gelände?
Crew-Einheiten gehören ins Back-of-House, also hinter die Sichtlinie und außerhalb der Publikumsflächen. Vier Größen entscheiden über den Standort: Abstand zu Besucherwegen, Sichtschutz zur Bühnenseite, Zufahrt für das Absetzfahrzeug und Lage der Anschlüsse. Besuchersanitär ist die Ausnahme und steht bewusst im Publikumsbereich.
- Büro, Umkleide und Lager außer Sicht. Diese Einheiten stehen im Back-of-House, außerhalb der Kamerablicke und der Besucherwege.
- Besuchersanitär an den Strom, nicht in ihn. Toilettenanlagen liegen seitlich der Hauptwege und brauchen eine Wartefläche davor, sonst staut sich die Schlange auf den Weg zurück.
- Zufahrt bis zuletzt frei. Jede Einheit muss am Abbautag wieder erreichbar sein. Die Wege dorthin regelt das Zufahrtsmanagement.
Mieten oder kaufen?
Bei befristeter Nutzung ist die Miete der Regelfall. Ein Kauf wird erst bei dauerhaftem Raumbedarf über mehrere Jahre relevant. Eine harte Grenze zieht das Gebäudeenergiegesetz: Gebäude, die wiederholt aufgestellt und zerlegt werden, sowie provisorische Gebäude mit einer geplanten Nutzungsdauer bis zu zwei Jahren sind von seinen Anforderungen ausgenommen.
| Kriterium | Mieten | Kaufen |
|---|---|---|
| Nutzungsdauer | Tage bis Monate | mehrere Jahre am selben Ort |
| Energetische Anforderungen | bis zwei Jahre geplanter Nutzung greift das GEG nicht | GEG samt Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 gilt |
| Wartung und Prüfung | beim Vermieter | beim Eigentümer |
| Transport und Stellen | im Mietvertrag geregelt | selbst zu beauftragen |
| Lagerung zwischen Einsätzen | entfällt | Fläche und Kosten beim Eigentümer |
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Die baurechtliche Einordnung entscheidet die Bauaufsicht am Standort. § 76 der Musterbauordnung nimmt Baustelleneinrichtungen ausdrücklich von den Fliegenden Bauten aus. Zelt- und Hallenkonstruktionen über den Einheiten können dagegen eine Ausführungsgenehmigung brauchen. Bei Terminen im Winter entscheidet die Isolierung der Einheit darüber, ob die eingebaute Heizung reicht; danach richtet sich auch der Stromanschluss.
Wie plant man mobile Infrastruktur für eine Veranstaltung?
Mobile Infrastruktur wird vor den übrigen Gewerken geplant, weil Crew und Ordnungsdienst sie ab dem ersten Aufbautag brauchen. Sechs Schritte, in dieser Reihenfolge:
- Bedarf je Nutzergruppe zählen. Crew, Künstler, Ordnungsdienst, Aussteller und Besucher haben getrennten Bedarf an Sanitär, Umkleide und Aufenthalt.
- Arbeitsschutz prüfen. Die ASR A4.1 verlangt auf Baustellen Toilettenräume, sobald mehr als zehn Beschäftigte länger als zwei aufeinanderfolgende Wochen dort arbeiten; die ASR A4.2 regelt Pausen- und Bereitschaftsräume. Ob ein Veranstaltungsaufbau darunter fällt, entscheidet der Veranstalter mit seiner Fachkraft für Arbeitssicherheit.
- Stellflächen im Geländeplan festlegen. Maße, Untergrund, Höhenverlauf und Anschlusspunkte, maßstabsgerecht statt schematisch.
- Zufahrt und Zeitfenster buchen. Das Absetzfahrzeug braucht Rangierfläche und einen Slot vor dem Gewerkeaufbau.
- Betrieb organisieren. Reinigungsintervalle für die Sanitäreinheiten, Schlüsselgewalt, Strom und Wasser über die Laufzeit.
- Abholung terminieren. Sanitär und Büro werden zuletzt geräumt. Diese Reihenfolge gehört in die Abbauplanung.
Häufige Fragen
Mobile Infrastruktur bei Veranstaltungen sind transportable Raum-, Sanitär- und Versorgungseinheiten, die für die Dauer der Veranstaltung aufgestellt und danach vollständig entfernt werden. Auf einer Freifläche übernehmen sie die Funktionen eines Gebäudes: Büro, Sanitär, Umkleide, Lager und Aufenthalt.
Sanitäreinheiten mit Toiletten, Waschplätzen und Duschen; Büro- und Kassencontainer für Produktion und Akkreditierung; Lager- und Werkstattcontainer für Material und Technik; Production-Trailer auf eigener Achse für Crew und Produktionsleitung; Umkleide- und Aufenthaltseinheiten für Crew, Künstler und Ordnungsdienst.
Einmalige Veranstaltung: mieten, keine Lager- und Wartungskosten zwischen den Einsätzen. Wiederkehrende Termine: mieten, der Bedarf schwankt je Veranstaltung. Dauerhafter Raumbedarf über Jahre: Kauf prüfen, ab zwei Jahren greifen die GEG-Anforderungen.
Eine tragfähige, ebene und waagerechte Fläche, dazu eine Zufahrt für das Absetzfahrzeug. Ein Fundament ist nicht nötig. Auf Rasen verteilen Bodenschutzplatten die Last; auf Parkdecks gilt die Grenze, die der Flächeneigentümer schriftlich nennt.
Bedarf je Nutzergruppe zählen; Arbeitsschutz für Auf- und Abbaupersonal prüfen; Stellflächen und Anschlusspunkte im Geländeplan festlegen; Zufahrt und Anlieferfenster vor dem Gewerkeaufbau buchen; Reinigung, Strom und Wasser für die Laufzeit organisieren; Abholung nach dem Rückbau terminieren.
Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- § 76 Musterbauordnung (MBO), Bauministerkonferenz: Fliegende Bauten sind Anlagen, die geeignet und bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden; Baustelleneinrichtungen und Gerüste zählen nicht dazu. Die Ausführungsgenehmigung erteilt die untere Bauaufsichtsbehörde vor der erstmaligen Aufstellung.
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), § 2: Ausnahme für Gebäude, die wiederholt aufgestellt und zerlegt werden, und für provisorische Gebäude mit einer geplanten Nutzungsdauer bis zu zwei Jahren.
- DIN 4108-2 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden — Mindestanforderungen an den Wärmeschutz”, vom GEG in Bezug genommen.
- ASR A4.1 „Sanitärräume”, BAuA, Abschnitt zu Baustellen: Toilettenräume ab mehr als zehn Beschäftigten und mehr als zwei aufeinanderfolgenden Wochen.
- ASR A4.2 „Pausen- und Bereitschaftsräume”, BAuA.
- Praxiseinordnung: MOJO Rental GmbH als Vermieter von Raum- und Sanitäreinheiten, Bodenschutz und Absperrsystemen für Veranstaltungen.