Dry Hire: Eventmaterial mieten ohne Personal
Dry Hire bedeutet, dass Sie nur das Material mieten. Transport, Aufbau, Betrieb und Rückbau bleiben bei Ihnen. Dieser Beitrag zeigt, wann das sinnvoll ist und wo die Grenze zum Full Service liegt.
Dry Hire bezeichnet die Miete von Eventmaterial ohne Personal. Der Vermieter stellt die Geräte bereit, alles Weitere liegt beim Mieter: Transport, Aufbau, Betrieb und Rückbau. Bei Bühnenpodesten, Absperrgittern und Bodenschutz wandert mit dem Aufbau auch die Verantwortung für die Standsicherheit zum Mieter.
Was ist Dry Hire?
Dry Hire ist die Anmietung von Eventmaterial ohne Bedienpersonal. Der Vermieter übergibt die Geräte, alles andere übernimmt der Mieter mit eigener Crew: Transport, Aufbau, Betrieb während der Veranstaltung und Rückbau. Bezahlt wird das Material für die Mietdauer, nicht die Arbeitszeit von Technikern. Der englische Begriff steht für dieses trockene, also personalfreie Mietverhältnis.
Der Begriff stammt aus dem englischen Mietrecht und gilt branchenübergreifend. Wer danach sucht, landet schnell bei Baumaschinen: Bagger, Radlader und Nutzfahrzeuge ohne Fahrer laufen ebenfalls unter Dry Hire. In der Veranstaltungstechnik meint er dasselbe Prinzip, angewendet auf Eventtechnik und Eventinfrastruktur. Sie mieten Podeste, Zäune oder Bodenschutz, und Ihr Team stellt das Material selbst auf.
MOJO Rental vermietet beides: reines Material und den vollständigen Auf- und Abbau durch das eigene Team. Deshalb steht hier keine Empfehlung für ein Modell, sondern die Frage, unter welchen Bedingungen welches trägt. Angrenzende Begriffe zu Planung, Aufbau und Beschaffung erklärt das MOJO Glossar.
Dry Hire, Wet Hire und Full Service im Vergleich
Dry Hire, Wet Hire und Full Service unterscheiden sich darin, wie viel Arbeit der Vermieter mitliefert. Beim Dry Hire nur das Material. Beim Wet Hire kommt Bedienpersonal dazu, das die Technik während der Veranstaltung fährt. Full Service umfasst zusätzlich Planung, Anlieferung, Aufbau und Abbau. Das Material ist in allen drei Fällen dasselbe.
| Merkmal | Dry Hire | Wet Hire | Full Service |
|---|---|---|---|
| Material | Vermieter | Vermieter | Vermieter |
| Transport zum Veranstaltungsort | Mieter | meist Vermieter | Vermieter |
| Aufbau und Abbau | Mieter | Mieter oder geteilt | Vermieter |
| Bedienung im Betrieb | Mieter | Vermieter | Vermieter |
| Planung und Einweisung | Mieter | teilweise | Vermieter |
| Verantwortung für die Standsicherheit | Mieter als Aufsteller | je nach Vertrag | Vermieter als Aufsteller |
| Passt zu | eingespieltes eigenes Team | Technik mit Bedienbedarf | knappe Zeit, kein eigenes Personal |
Tabelle horizontal scrollbar
Zwischen den drei Modellen liegen Mischformen, und sie sind in der Praxis häufiger als die Reinform. Verbreitet sind Lieferung ohne Aufbau, Aufbau ohne Betreuung während der Veranstaltung oder ein Modell, bei dem nur die kritischen Bauteile vom Vermieter gestellt werden. Eine ähnliche Staffelung beschreibt der Beitrag zur Eventproduktion aus Sicht der Gewerke.
Was beim Dry Hire zum Mietumfang gehört
Zum Mietumfang gehört das Material samt Zubehör, das für den bestimmungsgemäßen Gebrauch nötig ist. Nicht enthalten sind Personal, Transport, Werkzeug und Verbrauchsmaterial. Die meisten Anbieter beschreiben unter Dry Hire Ton- und Lichttechnik. Bei Eventinfrastruktur sieht die Liste anders aus, weil das Material schwerer, sperriger und lastabtragend ist.
- Bühnenpodeste und Bühnensysteme wie Bühnenpodeste mit Steckfüßen, stapelbar und modular kombinierbar
- Absperr- und Zaunsysteme, etwa Mobilzaunelemente, die sich ohne Werkzeug stellen lassen oder starre Absperrgitter im 2-Meter-Format
- Bodenschutz und Fahrplatten für Rasen, Pflaster und weichen Untergrund
- Raumsysteme und mobile Infrastruktur wie Container, Kassenhäuser oder Sanitäreinheiten
- Traversen und Rigging-Material, das je nach Aufbauhöhe an geschultes Personal gebunden bleibt
Nicht im Mietumfang stehen Ballast, Erdnägel, Gabelstapler, Hubwagen, Strom und Kabelbrücken, sofern sie nicht ausdrücklich mitbestellt sind. Wer Absperrgitter oder Zäune mietet, braucht außerdem eine Fläche, auf der sie standsicher stehen. Genau daran scheitern Selbstaufbauten häufiger als an den Gittern selbst.
Voraussetzungen beim Mieter: Personal, Werkzeug, Zeit
Dry Hire setzt drei Dinge voraus: Menschen, die das Material bewegen können, Werkzeug und Gerät vor Ort, und ein realistisches Zeitfenster. Fast alle Anbieter nennen dafür pauschal Erfahrung. Prüfbar wird die Bedingung erst, wenn Sie die folgenden Punkte für Ihre Veranstaltung durchgehen, bevor Sie bestellen.
- Wie viele Personen stehen wie lange bereit, und sind sie körperlich für die Last ausgelegt?
- Wer weist die Crew ein und wer kontrolliert das Ergebnis vor der Freigabe?
- Welches Gerät ist vor Ort: Hubwagen, Stapler, Akkuschrauber, Gummihammer, Ballastgewichte?
- Wie lang ist das Zeitfenster zwischen Anlieferung und erstem Besucher, und wie lang nach Veranstaltungsende?
- Was passiert bei Wind und Regen, wenn der Aufbau länger dauert als geplant?
Ein eingespieltes Team baut eine Absperrlinie schnell. Eine ungeübte Crew braucht ein Vielfaches, und zwar nicht beim ersten Gitter, sondern bei Ecken, Toren und Übergängen. Wer das erste Mal selbst aufbaut, plant die doppelte Zeit ein und lässt jemanden mitlaufen, der das Material kennt. Die Produktionsleitung sollte diesen Puffer im Ablaufplan sehen.
Transport, Anlieferung und Rückgabe
Beim Dry Hire holt der Mieter das Material ab oder beauftragt den Transport selbst. Bei Ton- und Lichttechnik lautet die Frage, ob alles ins Fahrzeug passt. Bei Eventinfrastruktur lautet sie anders: Bodenschutzplatten, Gitter und Podeste kommen auf Paletten und wiegen zusammen mehrere Tonnen. Das heißt Lkw, nicht Kofferraum.
Entscheidend ist deshalb nicht das Fahrzeug, sondern was am Veranstaltungsort passiert, wenn es ankommt. Braucht der Lkw eine Rampe oder hat er eine Ladebordwand? Gibt es einen Hubwagen und einen befestigten Weg für die Paletten? Wie breit ist die Zufahrt, und wann darf angeliefert werden? Diese Fragen gehören zur Eventlogistik, zum Load-in und zum Zufahrtsmanagement, und sie entscheiden über Dry Hire mehr als der Mietpreis.
Bei der Rückgabe zählt der Zustand. Gereinigt, vollzählig, richtig gestapelt und auf derselben Palette, auf der es kam. Fotografieren Sie Material bei Anlieferung und bei Abholung, halten Sie Schäden schriftlich fest und klären Sie vorher, wie lange die Rückgabefrist läuft. Eine fehlende Mängeldokumentation kostet regelmäßig mehr als der Mietpreis eines Zusatztages.
Wer haftet beim Selbstaufbau
Wer aufbaut, verantwortet in der Regel auch, dass der Aufbau steht. Beim Dry Hire ist das der Mieter. Der Vermieter schuldet mangelfreies Material und die Aufbau- und Verwendungsanleitung. Ob ein Podest auf weichem Untergrund kippt oder eine Absperrlinie bei Wind umfällt, entscheidet sich beim Aufbau und damit im Verantwortungsbereich des Mieters. Diese Zuordnung sollte im Mietvertrag ausdrücklich stehen.
Damit verschiebt Dry Hire bei lastabtragenden Bauteilen mehr als nur Arbeit. Ein falsch verkabelter Lautsprecher kostet einen Tonausfall. Ein falsch aufgebautes Podest oder eine ungeballastete Umzäunung ist ein Personenschaden. Relevant werden dann Standsicherheit, Flächenlast und Windlast bei Veranstaltungen, außerdem die Risikobewertung für den Aufbau selbst.
Wo Dry Hire endet. Sobald ein Bauteil unter die Regeln für fliegende Bauten fällt, hängt der Aufbau an Prüfbuch, Ausführungsgenehmigung und geschultem Personal. Ein Bühnentrailer mit Dachkonstruktion ist so ein Fall: Dachlast und DIN EN 13814 verlangen Fachpersonal. Dasselbe gilt für Arbeiten in der Höhe und für hängende Lasten. Solches Material geben wir nicht als reine Materialmiete heraus. Welche Nachweise die Behörde im Einzelfall sehen will, klärt die Veranstaltungsgenehmigung; die Zuständigkeit liegt bei der Kommune und ist vorab zu erfragen.
Welches Modell für Ihre Veranstaltung passt
Dry Hire rechnet sich, wenn Sie Personal ohnehin vor Ort haben und der Aufbau einfach ist. Die Ersparnis entsteht durch entfallende Montage- und Personalkosten, nicht durch einen niedrigeren Mietpreis des Materials. Wer für den Selbstaufbau Aushilfen anwerben, Gerät zumieten und einen Tag länger auf dem Gelände stehen muss, zahlt am Ende häufig mehr.
- Dry Hire passt, wenn Bauhof, Verein oder Hauscrew das Material kennen, die Menge überschaubar ist und das Zeitfenster großzügig liegt.
- Mischform passt, wenn Sie nur die kritischen Teile abgeben wollen, etwa Anlieferung und Podestaufbau, den Rest aber selbst stellen.
- Full Service passt, wenn Sie kein eigenes Personal haben, das Zeitfenster eng ist oder lastabtragende Bauteile im Spiel sind.
Rechnen Sie beide Varianten im Eventbudget gegeneinander, und zwar mit allen Nebenkosten: Transport, Gerät, Arbeitszeit, Standtage. Wo mehrere Firmen auf derselben Fläche arbeiten, kommt die Gewerkekoordination dazu. Sagen Sie uns, was Ihr Team leisten kann. Wir sagen Ihnen, wo wir Dry Hire für tragfähig halten und wo nicht.
Häufige Fragen
Dry Hire bedeutet, dass Sie Eventmaterial ohne Personal mieten. Der Vermieter stellt Geräte und Infrastruktur bereit. Transport, Aufbau, Betrieb und Rückbau übernehmen Sie selbst. Der Gegenbegriff ist Wet Hire, bei dem Bedienpersonal mitkommt. Dry Hire ist damit ein Leistungsmodell, kein Materialtyp: dasselbe Podest gibt es in beiden Varianten.
| Frage | Dry Hire | Full Service |
|---|---|---|
| Wer transportiert? | Sie | wir |
| Wer baut auf und ab? | Sie | wir |
| Wer betreut die Veranstaltung? | Sie | wir |
| Wer verantwortet die Standsicherheit? | Sie als Aufsteller | wir als Aufsteller |
| Was kostet es? | Material und Mietdauer | Material, Arbeitszeit, Anfahrt |
Tabelle horizontal scrollbar
- Enthalten: das gemietete Material, die zugehörigen Verbindungsteile und die Aufbau- und Verwendungsanleitung
- Enthalten: eine Einweisung in die Handhabung, wenn sie vereinbart wurde
- Nicht enthalten: Personal, Transport, Hubwagen, Stapler und Werkzeug
- Nicht enthalten: Ballast, Erdnägel, Strom, Kabelbrücken und Verbrauchsmaterial
- Nicht enthalten: Reinigung nach der Veranstaltung, sofern nichts anderes vereinbart ist
- Bedarf beschreiben: Material, Menge, Zeitraum, Veranstaltungsort und Untergrund
- Angebot prüfen und klären, was an Zubehör fehlt
- Aufbau planen: Personal, Gerät, Zeitfenster, Zufahrt und Abladefläche
- Material abholen oder anliefern lassen, Zustand dokumentieren
- Aufbauen, nach Anleitung kontrollieren und die Fläche freigeben
- Nach der Veranstaltung abbauen, reinigen, stapeln und fristgerecht zurückgeben
Ja. Zäune, Absperrgitter, Bodenschutz und modulare Podeste vermieten wir auch als reine Materialmiete. Bei Bühnen mit Dachlast, hängenden Lasten und Arbeiten in der Höhe geht das nicht: dort verlangt der Aufbau geschultes Personal und dokumentierte Nachweise.
Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- DIN EN 13814 — Fliegende Bauten und Anlagen für Veranstaltungsplätze und Vergnügungsparks, Sicherheit. Im Text als Grund dafür genannt, dass Bühnen mit Dachlast Fachpersonal verlangen.
- Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers — verbindliche Grundlage für jeden Selbstaufbau gemieteten Materials; der Vermieter schuldet sie mit dem Material.
- Landesbauordnungen der Länder — Ausführungsgenehmigung und Prüfbuch für fliegende Bauten; die Zuständigkeit liegt bei der Kommune.