Roadshow Planung
Eine Roadshow bringt dasselbe Programm nacheinander in mehrere Städte. Dieser Eintrag zeigt, wie Sie eine Roadshow planen: Phasen und Vorlauf, Genehmigungen je Station, physische Standortkriterien und die Ausstattung, die mitreist.
Eine Roadshow bringt dasselbe Veranstaltungsprogramm zu mehreren Standorten, statt das Publikum an einen festen Ort zu holen. Die Roadshow Planung legt zuerst Ziel, Zielgruppe und Messgröße fest, danach Route, Format und Termine. Jede Station ist eine eigene Aufbaustelle mit eigener Aufstellfläche, eigenem Untergrund und eigenem Zeitfenster für die Anlieferung. Den Starttermin bestimmt meist nicht die Produktion, sondern der Genehmigungsvorlauf: Sondernutzungserlaubnisse für öffentliche Flächen beantragen Sie je Kommune einzeln.
Was ist eine Roadshow?
Eine Roadshow ist ein mobiles Eventformat: Ein Unternehmen zeigt dasselbe Programm nacheinander in mehreren Städten, meist mit mitreisendem Stand, Fahrzeug oder Pop-up-Aufbau. Statt Besucher an einen zentralen Ort zu holen, reist die Veranstaltung zur Zielgruppe. Typische Anlässe sind Produkteinführungen, Händlerschulungen, Rekrutierung und Promotion im öffentlichen Raum.
Der Begriff kommt aus dem Vertrieb und meint heute jedes Format, das eine Botschaft an mehreren Orten wiederholt. Vier Merkmale grenzen ihn ab:
- gleiche Inhalte und gleiche Gestaltung an jeder Station
- eigene Anreise von Technik, Aufbau und Team zu jedem Standort
- kurze Standzeiten, oft ein Tag je Stadt
- ein Tourplan, der Termine, Wege und Ruhezeiten der Crew verbindet
Nicht jede wiederholte Veranstaltung ist eine Roadshow. Läuft dasselbe Programm mehrmals im selben Haus, bleibt es eine Veranstaltungsreihe. Wie die Begriffe rund um mobile Eventformate zusammenhängen, zeigt das MOJO-Glossar.
Roadshow oder Messeauftritt?
Messe und Roadshow unterscheiden sich im Ort der Begegnung: Die Messe bringt das Publikum zum Stand, die Roadshow bringt den Stand zum Publikum. Daraus folgt alles Weitere, von der Reichweite je Termin bis zum Aufwand für Auf- und Abbau. Die Tabelle stellt die Entscheidungsgrößen gegenüber.
| Kriterium | Messeauftritt | Roadshow |
|---|---|---|
| Ort der Begegnung | Publikum reist an | Veranstaltung reist an |
| Publikum | Fachbesucher der Messe | je Stadt selbst gewählt |
| Aufbau | einmal je Messe | einmal je Station |
| Genehmigung | über den Messeveranstalter | je Kommune oder Centermanagement |
| Reichweite | hoch an wenigen Tagen | verteilt über Wochen |
| Hauptkosten | Standfläche und Standbau | Transport, Team, Wiederaufbau |
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Beides schließt sich nicht aus: Viele Unternehmen hängen eine Tour an einen Messeauftritt und nutzen denselben Standbau mehrfach. Kommt Ihre Zielgruppe ohnehin auf einer Leitmesse zusammen, erreicht ein einzelner Auftritt an einem Tag mehr Personen als eine Tour in vier Wochen. Die Zeitschiene eines festen Auftritts behandelt die Messeplanung.
Ziel, Zielgruppe und Messgröße festlegen
Jede Roadshow Planung beginnt mit der Entscheidung, was die Tour erreichen soll. Drei Angaben genügen als Grundlage: ein Ziel in einem Satz, die Zielgruppe je Stadt und eine Messgröße, die Sie nach der Tour tatsächlich erheben können. Ohne diese drei Angaben lässt sich weder die Route noch das Format begründen.
Die Ziele unterscheiden sich stärker, als die Formate vermuten lassen. Eine Produkteinführung will Reichweite und Presse, eine Händlerschulung die Anwesenheit bestimmter Personen, eine Rekrutierungstour Kontakte in einer Branche. Die Messgröße folgt dem Ziel: Kontakte je Station, vereinbarte Termine, gezeigte Demonstrationen der Technologie. Als Marketinginstrument liegt die Roadshow zwischen Messe und Außenwerbung, denn sie bringt die Marke dorthin, wo die Zielgruppe ohnehin ist, statt auf deren Anreise zu warten.
Legen Sie die Messgröße fest, bevor der erste Standort gebucht ist. Wer den Erfolg erst nach der letzten Station definiert, findet Zahlen, die zum Ergebnis passen. Wie Kennzahlen sauber ansetzen, steht in Event-KPI, die Verbindung von Botschaft und Erlebnis behandelt die Markenaktivierung.
Wie plant man eine Roadshow?
Die Roadshow Planung läuft in fünf Phasen: Zielsetzung, Route und Standorte, Genehmigungen, Produktion und Logistik, dann Betrieb und Nachbereitung. Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Genehmigungen und Standortzusagen bestimmen die Termine, und die Termine bestimmen alles Weitere.
- Ziel und Rahmen, Woche 1 bis 2. Ziel, Zielgruppe, Messgröße, Budgetrahmen und die Zahl der Stationen. Anbieter nennen als Erfahrungswert fünf bis zwölf Stationen je Tour.
- Route und Standorte, Woche 2 bis 5. Städte auswählen, Flächen anfragen, Zusagen einholen. Erst danach stehen Entfernungen und Fahrzeiten fest.
- Genehmigungen und Verträge, Woche 3 bis 9. Sondernutzung, Centermanagement, Musikanmeldung, Versicherung.
- Produktion und Logistik, Woche 5 bis 11. Standbau, Technik, Tourliste, Transport, Personal buchen und briefen.
- Betrieb und Nachbereitung, ab Tourstart. Aufbau je Station, Betrieb, Abbau, Messgrößen erfassen, Abschlussbericht.
Für den Gesamtvorlauf nennen Anbieter zehn bis vierzehn Wochen, andere sprechen von etwa drei Monaten. Die Größenordnung deckt sich, eine Norm gibt es dafür nicht: Alle Wochenangaben oben sind Erfahrungswerte und verschieben sich mit der Zahl der Stationen.
Legen Sie Phase 3 und Phase 4 parallel. Das spart Wochen, denn Standbau und Genehmigungsverfahren blockieren sich nicht gegenseitig, sie warten beide nur auf die Standortzusage aus Phase 2.
Genehmigungen: was je Station beantragt wird
Eine Roadshow im öffentlichen Raum braucht je Station eine eigene Erlaubnis. Wer eine Straße, einen Platz oder einen Gehweg über den Gemeingebrauch hinaus nutzt, betreibt eine Sondernutzung und braucht dafür eine Sondernutzungserlaubnis der zuständigen Behörde. Die Rechtsgrundlage steht in den Straßengesetzen der Länder, nicht in einer bundesweiten Frist.
- Sondernutzungserlaubnis für öffentliche Flächen, je Kommune einzeln. Berlin regelt sie in § 11 Berliner Straßengesetz, Bayern im BayStrWG, Nordrhein-Westfalen im StrWG NRW.
- Zustimmung von Eigentümer oder Centermanagement auf privaten Flächen. Dort gilt kein Verwaltungsverfahren, sondern ein Vertrag mit eigenen Auflagen.
- Musikanmeldung bei der GEMA, sobald Musik öffentlich läuft. Eine gesetzlich fixierte Frist gibt es nicht, angemeldet wird vor der Nutzung.
- Verkehrsrechtliche Anordnung, wenn Fahrspuren, Parkstände oder Haltverbote betroffen sind.
- Nachweis der Standsicherheit für Aufbauten im Freien, abhängig von Größe und Windlast.
Nennen Kommunen eine Mindestfrist, liegt sie häufig bei sechs Wochen vor der Nutzung. Verbindlich ist ausschließlich die Auskunft der zuständigen Behörde: Verfahren und Gebühren unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. In der Roadshow Planung ist das der Posten mit dem längsten Vorlauf. Beantragen Sie zuerst dort, wo das Verfahren am längsten dauert, nicht dort, wo die Tour beginnt. Grundlagen: Veranstaltungsgenehmigung und Standsicherheit.
Standortprüfung je Station
Die Roadshow Planung behandelt jede Station als eigene Aufbaustelle. Ob ein Standort trägt, entscheiden fünf physische Größen: Aufstellfläche in Metern, Untergrund, Zufahrt, Anlieferzeitfenster und Stromanschluss. Eine hohe Passantenzahl nützt nichts, wenn das Fahrzeug den Platz nicht erreicht oder der Aufbau die Rettungswege verengt.
- Aufstellfläche. Nicht die Standfläche des Fahrzeugs, sondern Fahrzeug plus geöffnete Klappen, Aufbau, Wartezone und Arbeitsraum der Crew.
- Untergrund und Bodenschutz. Pflaster mit Gefälle, Rasengittersteine und Tiefgaragendecken verhalten sich unterschiedlich. Auf empfindlichen Flächen verlangt der Eigentümer Bodenschutz, oft als Auflage im Vertrag.
- Zufahrtsmaße. Durchfahrtshöhe, Kurvenradien und Wendemöglichkeit prüfen, in Fußgängerzonen zusätzlich Poller und versenkbare Sperren samt Schlüsselregelung.
- Anlieferzeitfenster. Fußgängerzonen erlauben die Zufahrt oft nur früh morgens. Ein Fenster von zwei Stunden bestimmt die gesamte Aufbaufolge.
- Strom. Anschlusswert, Entfernung zum Verteiler, Absicherung. Wo kein Anschluss liegt, braucht die Tour ein Aggregat und einen Platz dafür.
Aus der Vermietung heraus fällt hier regelmäßig dasselbe auf: Die Flächenzusage liegt vor, die Zufahrtsmaße hat niemand gemessen. Zwei Fotos, die Durchfahrtshöhe und die Fläche in Metern, vor der Zusage erhoben, ersparen die Umplanung am Morgen des Aufbaus. Mehr dazu in Flächenplanung und Zufahrtsmanagement.
Mobile Formate im Vergleich
In der Roadshow Planung entscheidet das Format über Aufbauzeit, Wetterabhängigkeit und Personalbedarf je Station. Vier Bauarten sind im deutschen Markt üblich: Showtruck, Pop-up-Aufbau, Anhänger oder Trailer und modularer Standbau. Sie unterscheiden sich weniger im Erscheinungsbild als darin, wie schnell eine Station betriebsbereit ist.
| Format | Aufbau je Station | Wetter | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Showtruck | kurz, Klappe öffnen | Aufbau geschützt, Vorfeld offen | Innenstadt, kurze Standzeiten |
| Pop-up-Aufbau | mittel, Handarbeit | wetterabhängig, Schutz nötig | Plätze, Werksgelände, Center |
| Anhänger oder Trailer | kurz bis mittel | Aufbau geschützt | Touren mit vielen kurzen Stops |
| Modularer Standbau | lang, mehrere Stunden | Halle bevorzugt | Center, Foyers, Hallenflächen |
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Alle vier Bauarten lassen sich mieten, und für eine einzelne Tour ist das der übliche Weg. Für den mitreisenden Stand kommen modulare Messebau-Systeme für den wiederkehrenden Auf- und Abbau in Frage, weil sie an jeder Station identisch aufgehen. Bei Aufbauten im Freien gehören Wind und Regen in die Planung: Schlechtwetterplanung.
Tourlogistik und die Tourliste je Stop
Innerhalb der Roadshow Planung verbindet die Tourlogistik Transport, Aufbau und Abbau zu einer Kette, in der jede Station den Termin der nächsten bestimmt. Rechnen Sie je Stop mit vier Zeitblöcken: Anlieferung, Aufbau, Betrieb, Abbau. Verzögert sich einer davon, verschiebt sich nicht die laufende Station, sondern die folgende.
Der Ausstattungsbedarf wiederholt sich an jedem Standort. Deshalb plant eine Tour eine feste Liste, die mitreist, statt in jeder Stadt neu zu beschaffen:
- Absperrung zur Verkehrsfläche und für die Wartezone
- Bodenschutzplatten für empfindliche Flächen und Zufahrten
- Beschilderung und Hinweise auf den Zugang
- Wetterschutz für Wartebereich und Technik
- Stromverteilung, Kabelbrücken und Beleuchtung
An dieser Liste verlieren Touren regelmäßig Geld: Beschaffung je Stadt kostet Anfahrt, Kaution und Abstimmung mit sechs Ansprechpartnern statt einem. Wer Team und Technik mehrere Tage im Feld hat, plant zusätzlich eine mitreisende Basis. Production-Trailer als mitreisende Crew- und Produktionsbasis decken Aufenthalt, Technik und Lager ab. Die Zeitplanung je Station folgt derselben Logik wie bei einem festen Event, nur mehrfach hintereinander: Aufbauplanung, Abbauplanung, für die Wege zwischen den Stationen Eventlogistik und mobile Infrastruktur.
Besucherführung, Personal und Nachbereitung
An der Station endet die Roadshow Planung nicht am Standrand. Drei Dinge entscheiden über den Tag: eine Wartezone, die den Gehweg frei lässt, ein Team, das das Programm ohne Rückfragen fährt, und eine Erfassung der Messgrößen noch am selben Abend.
Besucherführung. Ein Aufbau auf öffentlichem Platz verengt Wege, die vorher frei waren. Planen Sie die Wartezone vor der Klappe so, dass sie nicht in die Verkehrsfläche läuft, und halten Sie Durchgangsbreiten für Passanten frei. Grundlagen: Besucherlenkung und Wartezonen.
Personal vor Ort. Je Station brauchen Sie mindestens eine verantwortliche Person mit Entscheidungsbefugnis, dazu Promotion- oder Fachpersonal für das Programm. Regionale Kräfte kennen den Standort, das mitreisende Team kennt den Ablauf. Die Mischung verlangt ein schriftliches Briefing je Station, weil sich Zufahrt, Zeiten und Ansprechpartner in jeder Stadt ändern: Eventbriefing.
Nachbereitung. Erfassen Sie Kontakte, Beobachtungen und Störungen je Station, nicht erst am Tourende. Nach der dritten Stadt erinnert niemand mehr, welcher Standort welchen Erfolg geliefert hat. Der Abschlussbericht vergleicht Stationen untereinander, und darin liegt die Stärke des Formats: dieselbe Präsentation, mehrere Städte, vergleichbare Daten.
Was die Kosten treibt
Eine belastbare Preisangabe für eine Roadshow gibt es nicht, weil Zahl der Stationen, Format und Art der Fläche den Aufwand bestimmen. Benennbar sind die Treiber, und sie erklären, warum zwei Touren mit gleicher Stationszahl unterschiedlich kalkulieren.
- Zahl der Stationen und die Entfernungen dazwischen
- Standzeit je Stop, weil kurze Stops den Anteil von Auf- und Abbau erhöhen
- Art der Fläche, weil öffentliche Flächen Gebühren und Verfahren verursachen
- Personaltage, einschließlich Reise- und Ruhezeiten des Teams
- wiederkehrende Ausstattung, als Tourmiete gegen Beschaffung je Stadt gerechnet
Häufige Fragen
Eine Roadshow ist ein mobiles Eventformat, bei dem ein Unternehmen dasselbe Programm nacheinander an mehreren Standorten zeigt. Der Stand reist zum Publikum, statt Besucher an einen zentralen Ort zu holen. Übliche Anlässe sind Produkteinführungen, Händlerschulungen und Promotion in Innenstädten.
- Ziel, Zielgruppe und Messgröße festlegen.
- Städte auswählen, Flächen verbindlich zusagen lassen.
- Genehmigungen je Station beantragen, Verträge klären.
- Standbau, Technik und Tourliste produzieren, Personal briefen.
- Je Station aufbauen, betreiben, abbauen, Messgrößen erfassen.
| Frage | Messeauftritt | Roadshow |
|---|---|---|
| Zielgruppe kommt zusammen? | ja, auf der Leitmesse | nein, sie ist verteilt |
| Termin | Messekalender | frei wählbar |
| Aufbau | einmal | je Station erneut |
| Ort der Begegnung | vorgegeben | selbst gewählt |
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Für die Roadshow Planung nennen Anbieter zehn bis vierzehn Wochen Vorlauf, teils etwa drei Monate. Verbindlich ist der Genehmigungsvorlauf: Für Sondernutzungsanträge nennen Kommunen häufig sechs Wochen als Mindestfrist. Der längste Antrag setzt den Starttermin.
- Showtruck, ein Lkw mit öffnender Seitenwand
- Pop-up-Aufbau aus Zelt- oder Systembauteilen
- Anhänger oder Trailer, gezogen oder abgestellt
- modularer Standbau für Center, Foyers und Hallen
Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- Berliner Straßengesetz — § 11 regelt die Sondernutzung öffentlicher Straßen in Berlin.
- Bayerisches Straßen- und Wegegesetz (BayStrWG) — Sondernutzung öffentlicher Straßen in Bayern.
- Straßen- und Wegegesetz Nordrhein-Westfalen (StrWG NRW) — Sondernutzung öffentlicher Straßen in NRW.
- GEMA — Anmeldung öffentlicher Musiknutzung; keine gesetzlich fixierte Frist, Anmeldung vor der Nutzung.
- Kommunale Sondernutzungsverfahren — Fristen und Gebühren je Stadt unterschiedlich; verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde.