Infield: der Innenraum einer Veranstaltungsstätte
Der Infield ist die Fläche in der Mitte. Sie trägt nacheinander den Fahrweg, den Aufbau, die Show und das Publikum.
Der Infield ist der zentrale Bereich innerhalb eines Veranstaltungsortes: im Stadion die Fläche innerhalb der Laufbahn, an einer Rennstrecke das Gelände innerhalb des Kurses. Bei Sportevents ist er Wettkampffläche, bei Konzerten Bühnenstandort und Stehplatzbereich. Was auf dieser Fläche möglich ist, entscheidet der Untergrund. Naturrasen braucht Schutz, bevor das erste Fahrzeug darüber rollt.
Was ist ein Infield?
Als Infield wird der zentrale Bereich innerhalb eines Veranstaltungsortes bezeichnet. Im Stadion ist das die Fläche innerhalb der Laufbahn, in einer Arena der Hallenboden, an einer Rennstrecke das Gelände innerhalb des Kurses. Auf dieser Fläche spielt sich die Veranstaltung ab: Wettkampf, Bühne, Publikum. Alles außerhalb gehört zu den Rängen oder zur Peripherie.
Im deutschen Veranstaltungsbetrieb sagen die meisten Beteiligten schlicht „Innenraum“. „Infield“ begegnet Ihnen vor allem in internationalen Produktionen, in Tourneeplänen und in Verträgen mit ausländischen Veranstaltern. Beide Wörter meinen dasselbe. Wer den Begriff zum ersten Mal hört, sollte ihn deshalb nicht für eine eigene Fachkategorie halten.
Für uns als Vermieter von Eventinfrastruktur ist der Infield die anspruchsvollste Fläche einer Veranstaltungsstätte. Sie ist meist die größte zusammenhängende Fläche, sie ist der einzige Weg für schweres Gerät, und sie liegt in aller Regel auf einem Untergrund, der dafür nicht gebaut wurde. Weitere Flächenbegriffe finden Sie im MOJO Glossar. Wie eine solche Fläche für einen Wettkampf ausgerüstet wird, zeigt unsere Infrastruktur für Sportevents.
Infield, Outfield und Rang: die Flächenlogik einer Veranstaltungsstätte
Eine Veranstaltungsstätte lässt sich in vier Zonen lesen: den Infield in der Mitte, das Outfield als äußeren Teil der Spielfläche, den umgebenden Randbereich und die Ränge für das Publikum. Der Infield trägt das Geschehen, der Randbereich trägt die Technik und die Wege, die Ränge tragen die Zuschauer. Jede dieser Zonen hat eine andere Belastbarkeit und einen anderen Zugang.
| Zone | Was sie im Stadion ist | Wer sie nutzt | Typische Nutzung im Event |
|---|---|---|---|
| Infield | Fläche innerhalb der Laufbahn, Spielfeld | Produktion, Aktive, Stehplatzpublikum | Bühne, Wettkampf, Fahrweg, Stehplatzfläche |
| Outfield | äußerer Teil des Spielfelds, im Baseball hinter dem Innenfeld | Aktive, teils Technik | Auslaufzone, Kamerapositionen, Materialablage |
| Randbereich | Laufbahn, Umlauf, Spielfeldrand | Technik, Ordnungsdienst, Medien | Absperrung, Kabelwege, Fotografenzone |
| Rang | Tribünenblöcke | Publikum | Sitzplätze, Zugänge, Rettungswege |
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Die Grenze zwischen Infield und Randbereich ist der Punkt, an dem die meisten Planungen anfangen. Sie legt fest, wie viele Menschen auf die Fläche dürfen, wie lang die Fluchtwege werden und wo der letzte Lkw noch wenden kann. Verschieben Sie diese Linie um fünf Meter, ändern sich alle drei Werte gleichzeitig. Die Umkleiden, das Wettkampfbüro und die Athletenbereiche entstehen dabei fast immer direkt am Rand des Infields, oft als mobile Raumsysteme auf befestigtem Grund.
Woher das Wort kommt und was es bedeutet
„Infield“ stammt aus dem Englischen und setzt sich aus „in“ und „field“ zusammen, also sinngemäß „Innenfeld“. Das deutsche Wörterbuch DWDS führt den Begriff bereits lexikalisch und unterscheidet dabei drei Bedeutungen. Nur die dritte meint den Veranstaltungsbetrieb.
- Baseball: das Innenfeld zwischen den vier Malen, abgegrenzt vom Outfield dahinter. Das ist die älteste Bedeutung und der Grund, warum eine Suche nach dem Wort zuerst Sportartikel findet.
- Rennsport: der Bereich innerhalb des Kurses. Dort liegen Fahrerlager, Servicebereiche und bei großen Rennen auch Campingflächen und Bühnen für das Rahmenprogramm.
- Veranstaltungsort: der zentrale Bereich innerhalb der Stätte. Diese Lesart ist die, die bei Konzerten, Stadionshows und Sportevents gemeint ist.
Wenn Sie den Begriff in einem Ablaufplan lesen, entscheidet der Kontext. Steht daneben eine Uhrzeit für den Load-in, ist die Produktionsfläche gemeint. Steht daneben eine Personenzahl, geht es um die Stehplatzfläche.
Der Untergrund entscheidet, was möglich ist
Was im Infield gebaut, befahren und bespielt werden darf, hängt zuerst am Untergrund. Naturrasen, Kunstrasen, Tartan und Hallenboden tragen unterschiedlich viel Last und reagieren unterschiedlich empfindlich auf Druck, Hitze und Dunkelheit. Diese Frage steht vor jeder Bühnenplanung, nicht danach.
| Untergrund | Empfindlichkeit | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Naturrasen | hoch | verdichtet unter Druck, leidet unter Abdeckung ohne Licht und Luft; Dauer abhängig von Jahreszeit, Witterung und Plattentyp |
| Kunstrasen | mittel | Halme knicken unter Punktlast, Verfüllung verschiebt sich, Hitzeentwicklung unter dunklen Planen |
| Tartan und Kunststoffbahn | mittel bis hoch | druckempfindlich, reagiert auf Weichmacher aus Reifen und auf Hitze |
| Hallenboden und Beton | gering | trägt meist ohne Zusatzschutz, Kratzer und Ölflecken bleiben trotzdem ein Thema |
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Bei Naturrasen kommt ein Faktor dazu, den die anderen Untergründe nicht kennen: Der Rasen lebt. Er braucht Licht, und er verzeiht eine kurze Abdeckung besser als eine lange. Deshalb gibt es Systeme, die Licht durchlassen, etwa transluzente Rasenschutzplatten. Sie verlängern das Fenster, in dem eine Fläche abgedeckt bleiben kann, ohne dass der Platzwart anschließend nachsäen muss.
Bodenschutz und Lasten im Infield
Bodenschutz im Infield hat zwei Aufgaben: Er schützt den Untergrund vor Beschädigung, und er verteilt Lasten so weit, dass der Untergrund sie überhaupt aufnehmen kann. Welches System dafür das richtige ist, hängt von Untergrund, Fahrzeuggewicht und Dauer ab. Die Auswahllogik beschreiben wir ausführlich im Bodenschutzkonzept Veranstaltung und im Beitrag Rasenschutz; den passenden Bodenschutz für die Innenraumfläche vermieten wir samt Verlegung.
Wichtig für das Verständnis des Infields ist der Unterschied zweier Lastarten. Eine Platte verteilt das Gewicht auf ihre gesamte Grundfläche, das ist die Flächenlast. Eine Bühnenstütze dagegen setzt ihr Gewicht auf wenige Quadratzentimeter, und diese Punktlast drückt durch jede Platte hindurch in den Untergrund. Deshalb bekommen Stützen zusätzliche Lastverteilplatten, auch wenn ringsum bereits Bodenschutz liegt.
Ein Detail aus dem Aufbau, das in keinem Plan steht: Die Kante der Plattenfläche ist die kritische Stelle. Dort setzt jedes Fahrzeug einmal auf, und dort entstehen die Schäden, die später auffallen. Wir legen die erste Bahn deshalb so, dass sie auf befestigtem Grund beginnt, und wir bauen sie beim Abbau als Letztes zurück.
Vier Nutzungen auf einer Fläche, nacheinander
Der Infield ist die einzige Fläche einer Veranstaltungsstätte, die innerhalb weniger Tage vier verschiedene Rollen übernimmt. Diese Abfolge ist der eigentliche Planungsgegenstand: Jede Phase hinterlässt einen Zustand, mit dem die nächste arbeiten muss. Wer nur die Showphase plant, plant die kürzeste von vieren.
- Fahrweg. Beim Load-in ist der Infield die Zufahrt. Lkw, Stapler und Hubarbeitsbühnen erreichen die Bühnenposition nur über diese Fläche, weil es keinen zweiten Weg gibt. Der Bodenschutz liegt deshalb vor dem ersten Fahrzeug, nicht danach.
- Baustelle. Auf der Fläche entstehen Bühne, Traversen, Türme und Tribünen, oft mehrere Gewerke gleichzeitig. Was dafür gebraucht wird, von Bühnenpodesten bis zur Tribünenplanung, vermieten wir als Bühnen, Tribünen und Bestuhlung.
- Produktionsfläche. Während der Show liegen hier Kabelwege, Kamerapositionen, Fotografengraben und Wege für den Ordnungsdienst. Diese Flächen sind belegt, auch wenn sie leer aussehen.
- Publikumsfläche. Zuletzt wird derselbe Boden Stehplatzbereich. Damit gilt eine andere Rechengröße: Nach der Muster-Versammlungsstättenverordnung sind für sonstige Stehplätze mindestens zwei Besucher je Quadratmeter Grundfläche anzusetzen, für Sportstadien entsprechend. Besucherunzugängliche Flächen zählen dabei nicht mit.
Beim Abbau läuft die Reihenfolge rückwärts, und das ist der Teil, den Veranstalter regelmäßig zu knapp ansetzen. Die Fläche muss nicht nur leer werden, sie muss in einem definierten Zustand übergeben werden. Ein Überblick über alle Gewerke, die dabei zusammenkommen, steht in unseren Mietprodukten im Überblick.
Was den Infield begrenzt
Die Grenze des Infields ist fast nie ein Bauwerk, sondern eine Linie aus Absperrelementen. Genau das macht sie planbar und zugleich heikel: Sie lässt sich verschieben, und mit ihr verschieben sich Kapazität, Wegelängen und Zufahrt. Welche Elemente diese Linie bilden, hängt von der Nutzung ab.
- Vorbühnengraben. Der Bereich direkt vor der Bühne, abgetrennt durch Publikumsbarrieren. Hier nimmt die Barriere den Druck aus der Menge auf und schafft Platz für Sanitätsdienst und Fotografen.
- Wellenbrecher. Barrieren im Publikumsbereich, die eine große Stehplatzfläche in kleinere Abschnitte teilen und Druckwellen bremsen.
- Notausgangsgassen. Freie Korridore quer durch die Fläche, die zu den Fluchtwegen führen und während der gesamten Veranstaltung frei bleiben.
- Zonentrennung. Abgrenzungen zwischen Publikum, Produktion und Medien, wie sie ein Zonenkonzept festlegt.
Diese Linien gehören in den Site-Plan, bevor die erste Platte verlegt wird, denn sie bestimmen die Reihenfolge des Aufbaus. Für die Systeme selbst stehen Absperrsysteme und Bühnengitter zur Verfügung; wie sich daraus eine tragfähige Publikumsführung ergibt, beschreibt der Beitrag Crowd Management.
Häufige Fragen
Als Infield wird der zentrale Bereich innerhalb eines Veranstaltungsortes bezeichnet. Im Stadion ist das die Fläche innerhalb der Laufbahn, an einer Rennstrecke das Gelände innerhalb des Kurses. Bei Sportevents dient der Infield als Wettkampffläche, bei Konzerten als Standort der Bühne und als Stehplatzbereich für das Publikum.
„Infield“ kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich „Innenfeld“. Das Wort trägt drei Bedeutungen: das Innenfeld im Baseball, den Bereich innerhalb einer Rennstrecke und den zentralen Bereich innerhalb eines Veranstaltungsortes. Im deutschen Veranstaltungsbetrieb wird meist „Innenraum“ gesagt.
| Merkmal | Infield | Outfield |
|---|---|---|
| Lage | zentraler Bereich, innerhalb der Laufbahn oder des Kurses | äußerer Bereich, im Baseball hinter dem Innenfeld |
| Nutzung im Event | Bühne, Fahrweg, Stehplatzfläche | Auslaufzone, Kamerapositionen, Materialablage |
| Belastung | hoch, durch Fahrzeuge und Aufbauten | gering bis mittel |
| Herkunft des Begriffs | Baseball, heute allgemein für den Innenraum | Baseball, außerhalb des Eventgebrauchs selten |
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- Untergrund bestimmen. Naturrasen, Kunstrasen, Tartan oder Hallenboden festhalten und die zulässige Belastung klären.
- Bodenschutz planen. Fahrwege und Standflächen festlegen, System nach Fahrzeuggewicht und Abdeckdauer wählen.
- Verlegen, bevor gefahren wird. Die erste Plattenbahn beginnt auf befestigtem Grund, dann arbeitet sich die Fläche in den Innenraum vor.
- Punktlasten zusätzlich abfangen. Unter Bühnenstützen und Türmen gehören Lastverteilplatten, auch auf bereits geschütztem Boden.
- Zonen absperren. Vorbühnengraben, Wellenbrecher und Notausgangsgassen stellen, bevor das Publikum kommt.
- In definiertem Zustand zurückbauen. Rückwärts abbauen, Plattenbahn zuletzt, Fläche dokumentiert übergeben.
Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- DWDS — Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, Eintrag „Infield“ mit drei Bedeutungen.
- Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO) — Bemessung der Besucherplätze bei Stehplätzen.