Mega Exit: das breite Tor in der Publikumsbarriere
Ein Mega Exit ist ein Barrierenelement mit integrierter Doppeltür. Es öffnet die geschlossene Absperrfront vor der Bühne an einer geplanten Stelle, wenn Menschen heraus oder Rettungskräfte hinein müssen.
- Ein Mega Exit ist ein Barrierenelement mit integrierter Tür, das eine geschlossene Absperrfront vor der Bühne an definierter Stelle öffnet.
- Er sitzt in der Publikumsbarriere, also in der Linie, die den Druck des Publikums aufnimmt.
- Besucher verlassen durch ihn den vorderen Bereich, Sanitäts- und Rettungskräfte kommen herein.
- Ein Notausgang in der Barriere wirkt nur, wenn die Fläche dahinter frei bleibt.
- Nicht zu verwechseln mit dem gleichlautenden Finanzbegriff aus der Wirtschaftspresse.
Was ist ein Mega Exit?
Ein Mega Exit ist ein Element einer Publikumsbarriere, in das eine breite, meist zweiflügelige Tür eingebaut ist. Es steht in der sonst geschlossenen Absperrfront vor einer Bühne und lässt sich an dieser Stelle öffnen. Dadurch entsteht ein Durchgang zwischen Publikumsfläche und dem Bereich vor der Bühne.
Der Name ist wörtlich zu lesen: ein Exit, also ein Ausgang, in großer Ausführung. MOJO führt den Mega Exit der G2-Generation mit 3,00 m lichter Öffnung, also 3,00 m frei begehbarer Breite bei geöffneten Flügeln. Daneben steht die schmale Durchgangstür in der Barrierenlinie mit einem halben Meter für einzelne Personen.
Ein Hinweis, weil die Suche oft danebengreift: „Mega-Exit” mit Bindestrich meint in der Wirtschaftspresse einen großen Unternehmensverkauf. Damit hat dieser Beitrag nichts zu tun. Weitere Fachbegriffe finden Sie im MOJO Glossar.
Wozu die Barrierenlinie vor der Bühne dient
Die Barrierenlinie vor einer Bühne hält das Publikum auf Abstand und nimmt seinen Druck auf. Bei einem Konzert schieben sich die vorderen Reihen nach vorn, weil hinten Menschen nachdrängen. Diese Kraft muss ein Bauteil aufnehmen, sonst trifft sie die Menschen ganz vorn.
- Bühnenabsperrung. Die vorderste Linie trennt die Publikumsfläche vom Bühnengraben, in dem Ordnungsdienst und Sanitätsdienst arbeiten.
- Wellenbrecher. Weitere Linien stehen quer oder gestaffelt in der Fläche. Sie teilen die Menge in kleinere Blöcke, damit sich Druck nicht über hundert Meter aufbauen kann.
- Zonengrenzen. Barrieren trennen Vorderbühnenbereich, Sitzplatzbereich und Wege voneinander und stützen so die Besucherlenkung.
Wo solche Linien stehen, entscheidet nicht der Aufbau am Veranstaltungstag: Das Sicherheitskonzept und die Risikobewertung legen den Verlauf fest. MOJO Rental vermietet die Systeme und plant die Linie mit dem Veranstalter.
Warum eine Publikumsbarriere so flach ist und wie sie den Druck aufnimmt
Eine Publikumsbarriere ist niedriger, als viele erwarten, und das ist gewollt. Die geringe Bauhöhe erlaubt Rettungs- und Sicherheitskräften das Eingreifen über die Linie hinweg. Ein Besucher, dem es im Gedränge schlecht geht, wird über die Barriere gehoben und dahinter versorgt. Eine hohe Wand würde das verhindern.
Die zweite Eigenheit steckt im Fuß. Barrierenelemente werden mit der Auftrittplatte zur Publikumsseite aufgebaut: der flachen Platte, die vom Fuß aus in die Publikumsfläche ragt. Wer vor der Barriere steht, steht damit auf einem Teil der Barriere, ohne es zu bemerken. Das kehrt die Logik um, die man von einem Zaun erwartet: Nicht das Eigengewicht des Bauteils hält den Druck, sondern das Gewicht der Menschen, die drücken.
- Die drängenden Personen stehen auf dieser Platte.
- Ihr eigenes Gewicht drückt die Barriere nach unten und stabilisiert die Linie zusätzlich.
- Je stärker der Druck von vorn, desto fester steht das Element.
- Zur Grabenseite hin dient dieselbe Stufe dem Ordnungsdienst als Tritt.
Diese Bauart funktioniert nur in einer durchgehenden Linie. Jede Öffnung ist deshalb eine Planungsentscheidung. Bauart und Prüfwerte beschreibt der Beitrag MOJO Barriers.
Aus welchen Elementen ein Absperrsystem besteht
Ein Absperrsystem vor der Bühne ist ein Baukasten. Aus wenigen Elementtypen entsteht jede Geometrie, vom geraden Riegel bis zum weiten Bogen. Alle Teile sind verbunden, damit die Kraft sich über die Linie verteilt.
- Gerade Elemente bilden den größten Teil der Front. Sie tragen den Standardfall.
- Eckelemente führen die Linie um definierte Winkel, etwa an den Bühnenflanken.
- Kabeldurchlässe lassen Kabel unter der Barriere durch, ohne die Linie zu unterbrechen.
- Schmale Türelemente dienen als Dienstweg für einzelne Personen, zum Beispiel für Fotografen.
- Der Mega Exit ist das breite Tor für Personenströme und für Rettungskräfte mit Trage oder Gerät.
Eine halbe Tür bewegt einzelne Menschen, ein drei Meter breites Tor bewegt eine Menge. Die geraden G2-Barrikadenelemente und die Bühnengitter der aktuellen G3-Generation bilden die Linie, in die beides eingesetzt wird.
Mega Exit oder normales Barrierenelement?
Ein gerades Element verschließt die Linie, ein Mega Exit öffnet sie kontrolliert. Beide gehören zum selben System und haben dieselbe Höhe und Anschlussgeometrie. Der Unterschied liegt in der Funktion.
| Merkmal | Gerades Element | Schmale Durchgangstür | Mega Exit |
|---|---|---|---|
| Aufgabe | Linie schließen, Druck aufnehmen | Dienstweg für Einzelpersonen | Breiter Ausgang für Personenströme |
| Öffnung | keine | rund ein halber Meter | bei MOJO 3,00 m lichte Öffnung |
| Bedienung | entfällt | durch den Ordnungsdienst | nach festgelegtem Ablauf, mit Personal auf beiden Seiten |
| Planungsbedarf | gering, Stückzahl nach Länge | Lage nach Arbeitsablauf | Lage, Anzahl und Abflussfläche im Sicherheitskonzept |
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Die ausführliche Gegenüberstellung von Publikumsbarriere, Absperrgitter und Bauzaun steht im Beitrag Bühnengraben. Hier genügt der Merksatz: Nur die Publikumsbarriere nimmt Publikumsdruck auf.
Wo der Mega Exit liegt und wer ihn öffnet
Die Lage des Mega Exit ergibt sich aus der Räumungsplanung, nicht aus der Optik der Front. Er steht dort, wo Menschen im Ernstfall hin sollen. Anzahl und Position gehören in den Geländeplan, bevor das erste Element angeliefert wird.
- Verlauf der Linie festlegen. Bühnenbreite, Bogenform und Anschluss an die Seitenränder bestimmen die Gesamtlänge.
- Abflusswege prüfen. Wohin führt der Weg hinter jeder möglichen Öffnung? Eine Öffnung vor einer Mauer hilft niemandem.
- Position der Tore setzen. Die Tore werden über die Front verteilt, damit nicht die gesamte Menge auf einen Punkt zuläuft.
- Elemente aufbauen. Die Linie wird durchgehend gestellt und verbunden, die Tore werden geschlossen eingebaut.
- Zuständigkeit festlegen. Wer öffnet, auf wessen Anweisung, und wer sichert den Weg dahinter.
- Ablauf üben. Das Personal geht den Vorgang vor Einlass durch, nicht erst im Ernstfall.
Geöffnet wird auf Anweisung der Einsatzleitung, abgestimmt mit Crowd Management, Stage Manager und On-Site Supervisor. Auch die Öffnungsrichtung wird vorher festgelegt und am Element geprüft: Ein Flügel, der gegen die drängende Menge aufgehen soll, lässt sich im Ernstfall nicht bewegen.
Warum das zählt, wird an der Situation selbst deutlich. Vor dem Tor stehen Menschen dicht beieinander und schieben nach vorn. Ein Türflügel, der sich in diese Richtung öffnen müsste, ist dann blockiert, und zwar durch die Menschen, denen er helfen soll. Deshalb steht am Mega Exit Personal auf beiden Seiten, bevor er geöffnet wird: Die eine Seite hält so viel Platz frei, dass die Flügel überhaupt aufgehen können, die andere nimmt die Herauskommenden auf und führt sie weiter. Ein Tor, für das niemand zuständig ist, öffnet im Ernstfall niemand rechtzeitig.
Was hinter dem Mega Exit liegen muss
Hinter jedem Mega Exit muss eine freie Fläche liegen, auf die Menschen abfließen können. Ohne sie verlagert das offene Tor das Gedränge nur um wenige Meter. Diese Fläche gehört zur Flächenplanung und zur Wegführung.
Zu prüfen ist dreierlei.
- Hinter dem Tor darf keine Rückstaukante entstehen, also keine Engstelle, an der sich der Strom sofort wieder staut. Ein Tor, das auf einen schmalen Gang zwischen zwei Zelten führt, verschiebt das Problem nur um ein paar Meter.
- Der Weg braucht mindestens die Breite der Öffnung, und zwar über die gesamte Strecke bis zur nächsten freien Fläche. Wie viele Menschen durchkommen, entscheidet die schmalste Stelle und nicht das Tor.
- Diese Fläche muss auch während der Veranstaltung frei bleiben. Genau dort werden erfahrungsgemäß Cases abgestellt, Fahrzeuge geparkt oder Gitter zwischengelagert, weil der Platz im laufenden Betrieb leer und ungenutzt aussieht.
Die Versammlungsstättenverordnung bemisst die Rettungswege der Versammlungsstätte selbst: mindestens 1,20 m lichte Breite je Teil, im Freien und in Sportstadien 1,20 m je 600 Personen. Ob eine Öffnung in der Barrierenfront darauf angerechnet wird, entscheidet die Genehmigungsbehörde im Einzelfall. Wie Rettungswege geplant werden, steht im Beitrag Fluchtwege.
Warum ein Bauzaun keine Publikumsbarriere ersetzt
Absperrgitter und Bauzäune nehmen keinen Publikumsdruck auf und ersetzen eine Publikumsbarriere nicht. Sie sehen ähnlich aus, sind aber für einen anderen Zweck gebaut.
- Mannheimer Gitter, auch Polizeigitter genannt, sind leichte Steckgitter für Wege, Warteschlangen und Straßenfeste.
- Bauzäune und Mobilzäune sichern Baustellen und Geländegrenzen gegen Zutritt, nicht gegen Druck.
- Schleusen und Drehkreuze kanalisieren einzelne Personen, etwa beim Einlassmanagement.
- Publikumsbarrieren sind das einzige dieser Bauteile, das für die Kraft einer drängenden Menge ausgelegt ist.
Die Bauart richtet sich nach der erwarteten Belastung, nicht nach dem Preis pro laufendem Meter. Wer beides braucht, mietet beides. Das Sortiment steht unter Absperrtechnik für Veranstaltungen mieten, das Bauteil dieses Beitrags als MOJO Barrikade G2 Mega Exit mit 3,00 m lichter Öffnung.
Häufige Fragen
Ein Mega Exit ist ein Barrierenelement mit integrierter Tür, das eine geschlossene Absperrfront vor der Bühne an definierter Stelle öffnet. Er dient als breiter Ausgang für Besucher und als Zugang für Sanitäts- und Rettungskräfte. Mit dem gleichlautenden Finanzbegriff für einen Unternehmensverkauf hat das Bauteil nichts zu tun.
- Verlauf der Barrierenlinie vor der Bühne festlegen.
- Prüfen, wohin der Weg hinter jeder möglichen Öffnung führt.
- Position und Anzahl der Tore über die Front verteilen.
- Linie durchgehend aufbauen, Tore geschlossen einsetzen und verbinden.
- Öffnungsrichtung prüfen und Zuständigkeit für das Öffnen festlegen.
- Ablauf mit dem Personal vor dem Einlass durchgehen.
| Merkmal | Normales Element | Mega Exit |
|---|---|---|
| Funktion | schließt die Linie | öffnet sie an definierter Stelle |
| Öffnung | keine | bei MOJO 3,00 m lichte Öffnung |
| Planung | Stückzahl nach Länge | Lage, Anzahl und Fläche dahinter |
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- Gerade Elemente für den größten Teil der Front
- Eckelemente für Richtungswechsel der Linie
- Kabeldurchlässe für Kabel unter der Barriere
- Schmale Türelemente als Dienstweg für einzelne Personen
- Mega Exits als breite Tore für Personenströme und Rettungskräfte
Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- DIN EN 13200-3:2018-12 (Zuschaueranlagen, Teil 3: Abschrankungen): Anforderungen an Trennelemente in Zuschauerbereichen. Zahlenwerte sind hier nicht wiedergegeben, weil der Normtext nicht frei zugänglich ist.
- Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO), § 7 Bemessung der Rettungswege. Verbindlich ist die Verordnung des jeweiligen Bundeslandes. https://www.is-argebau.de/Dokumente/4231724917250.pdf
- Maßangabe 3,00 m lichte Öffnung: Produktangabe zur MOJO Barrikade G2 Mega Exit 3,0m (V).
- Zu Belastbarkeit in kN/m und zur Zertifizierungslage nennt dieser Beitrag bewusst keine Zahlen, weil kein geprüfter Wert vorlag.