Umzäunung
Die Umzäunung ist die äußere Grenze eines Veranstaltungsgeländes: gemietete Zaunelemente, die vor dem Event aufgebaut und danach wieder abgeholt werden. Welcher Zaun wohin gehört, wie viele Elemente Sie brauchen und was beim Aufbau zählt.
Eine Umzäunung ist das Zaunsystem, das ein Veranstaltungsgelände nach außen abgrenzt. Sie besteht aus gemieteten Elementen, die vor dem Event stehen und danach wieder abgeholt werden. Die Elementzahl ergibt sich aus dem Umfang des Geländes geteilt durch die Elementbreite, zuzüglich der Tore. Welcher Zaun wohin gehört, entscheidet die Belastung des Abschnitts.
Was ist eine Umzäunung?
Eine Umzäunung ist ein Zaunsystem, das eine Fläche nach außen abgrenzt und Unbefugte am Betreten hindert. Bei Veranstaltungen steht sie temporär: Die Elemente werden gemietet, vor dem Event aufgebaut und nach dem Abbau zurückgeholt. Sie markiert die Geländegrenze, führt Besucher zu den Eingängen und schützt Technikflächen.
Damit ist die Umzäunung die physische Ebene der Geländesicherung. Sie beantwortet die Frage, welches Material an welcher Stelle steht. Wo die Linie verläuft, wer sie bewacht und wie das Gelände in Zonen zerfällt, gehört zur Perimeter Sicherung und zum Zonenkonzept.
Zwei Begriffe werden oft vermischt. Ein Zaun der Außenlinie hält Menschen vom Betreten ab. Eine Publikumsbarriere vor der Bühne nimmt dagegen Personendruck auf und ist dafür anders gebaut; diese Abgrenzung steht im Glossareintrag Bühnengraben. Weitere Begriffe rund um Gelände und Aufbau finden Sie im MOJO Glossar.
Welche Zaunarten gibt es bei Veranstaltungen?
Für Veranstaltungen sind fünf Bauarten gebräuchlich. Sie unterscheiden sich in Höhe, Widerstand und Gewicht, und jede hat eine Grenze, ab der sie die falsche Wahl ist.
| Zaunart | Wofür sie taugt | Wo ihre Grenze liegt |
|---|---|---|
| Mobilzaun, 2 m hoch | durchgehende Außenlinie, Zutrittsschutz mit Überkletterschutz | hält kein Fahrzeug auf |
| Mobilzaun mit Sichtschutz | nimmt den Blick aufs Gelände, trägt Werbeflächen | wirkt als Windangriffsfläche, braucht mehr Ballast |
| Absperrgitter | Wegränder, Streckenführung, leichte Trennung | niedrig und leicht zu übersteigen |
| Bauzaun ohne Überkletterschutz | Aufbauphase, Lager- und Technikflächen | geringer Widerstand gegen Übersteigen |
| Holz- oder Betonelemente | Optik, schwere Punkte, Fußpunkte an Ecken | hohes Gewicht, aufwendiger Transport |
Tabelle horizontal scrollbar
Die übliche Bauform der Veranstaltungsumzäunung ist der Mobilzaun. Als Mobilzaunsystem mit Toren und Sichtschutz deckt er die gesamte Außenlinie ab. Für niedrigere Trennungen innerhalb des Geländes genügen Absperrgitter für leichtere Abgrenzungen.
Wie viele Zaunelemente braucht das Gelände?
Die Menge ergibt sich aus dem Umfang der Fläche in laufenden Metern, geteilt durch die Breite eines Elements. Das Standardelement misst 3,50 mal 2,00 Meter. Der Rechenweg hat vier Schritte:
- Umfang messen. Nehmen Sie die Zaunlinie aus dem Site-Plan ab, nicht aus der Grundstücksgrenze. Beispiel: 400 laufende Meter.
- Durch die Elementbreite teilen. 400 Meter geteilt durch 3,50 Meter ergeben 115 Elemente.
- Tore abziehen und addieren. Jedes sechs Meter breite Schiebetor ersetzt rund zwei Elemente. Zwei Tore bedeuten vier Elemente weniger und zwei Tore mehr auf der Liste.
- Reserve aufschlagen. Ecken, Versatz und Geländekanten kosten Länge. Fünf Prozent Aufschlag decken das ab, hier also sechs Elemente.
Für das Beispiel besteht die Umzäunung damit aus rund 117 Zaunelementen und zwei Toren. Dazu kommen Füße und Klammern, deren Zahl sich aus der Elementzahl ergibt. Diese Rechnung ist die erste Zahl, die eine Mietanfrage braucht, und sie lässt sich an einem Nachmittag aus dem Geländeplan ziehen.
Standsicherheit: Untergrund, Ballast und Windlast
Ein Mobilzaun steht nicht im Boden, sondern auf Betonfüßen. Seine Stabilität kommt aus dem Gewicht der Füße, aus der Verklammerung der Elemente untereinander und aus dem Untergrund. Auf Asphalt hält ein Fuß seine Position. Auf weicher Wiese sackt er ein, und die Linie kippt aus der Flucht.
Der größte Einzelfaktor ist die Sichtschutzblende. Ein offenes Gitter lässt Wind durch. Ein Zaunelement mit blickdichtem Sichtschutz verwandelt dieselbe Linie in eine Fläche, die der Wind voll trifft. Das verändert die Anforderung an Beschwerung und Verankerung, und zwar auf der ganzen Länge, nicht nur an den Ecken. Wie stark der Wind einwirkt, behandelt der Eintrag Windlast bei Veranstaltungen.
Die Blende hat eine zweite Funktion. Sie ist bedruckbar und macht die Zaunlinie zur größten zusammenhängenden Sichtfläche des Geländes. Wegweisung zu Eingängen und Kassen, Sponsorenflächen und der Markenauftritt der Veranstaltung finden hier Platz, ohne dass zusätzliche Aufsteller nötig werden. Entscheiden Sie den Druck früh: Motiv, Format und Lieferzeit hängen an derselben Bestellung wie die Zaunelemente, und der zusätzliche Ballast fällt ohnehin an.
Drei Punkte prüfen wir vor dem Aufbau am Gelände: die Tragfähigkeit des Untergrunds, die Entwässerung entlang der Linie und freie Fluchten ohne Hindernisse. Bei weichem Boden hilft zusätzliche Beschwerung, bei Gefälle eine dichtere Folge von Streben. Steht die Blende, rechnen wir den Ballast neu.
Tore, Rettungswege und Öffnungen in der Linie
Eine geschlossene Umzäunung ist nur so gut wie ihre Öffnungen. Jede Öffnung gehört vorher in die Planung, nicht in die Aufbauwoche. Eine Zaunlinie darf Rettungswege, Feuerwehrzufahrten und Notausgänge nicht blockieren.
- Besucherzugänge an den Stellen, an die die Besucherlenkung die Ströme führt, meist mit vorgelagerten Schleusensystemen.
- Fahrzeugtore für Anlieferung und Crew, abgestimmt mit dem Zufahrtsmanagement.
- Notausgänge und Rettungsgassen, die von innen ohne Werkzeug zu öffnen sind und nach außen ins Freie führen. Maße und Nachweis kommen aus dem Sicherheitskonzept und der Genehmigung, nicht aus dem Zaunkatalog.
- Feuerwehrzufahrten, die auch dann befahrbar bleiben, wenn davor eine Warteschlange steht.
Wichtig ist die Markierung im Plan: Ein Tor, das nur im Kopf des Aufbauleiters existiert, wird zugebaut. Welche Breiten für Fluchtwege gelten, gibt die Genehmigungsbehörde im Einzelfall vor.
Auswahl: welcher Zaun an welchen Abschnitt
Die Zaunart richtet sich nach der Belastung des Abschnitts. Sichtgrenze, Zutrittsgrenze und Abschnitt mit Personendruck sind verschiedene Aufgaben und brauchen verschiedenes Material. Wer die ganze Umzäunung in einer Bauart bestellt, zahlt an der einen Hälfte zu viel und hat an der anderen zu wenig Widerstand.
Vier Fragen klären die Auswahl vor der Anfrage: Soll der Abschnitt nur eine Grenze zeigen oder das Betreten verhindern? Steht Publikum direkt am Zaun? Muss die Sicht aufs Gelände weg? Und wie lange bleibt der Abschnitt stehen?
An Risikobereichen wie Kassen, Technik und Lager steigt die Anforderung: volle Höhe, Überkletterschutz, keine Kletterhilfen davor. An Streckenrändern ohne Zutrittsinteresse genügt die niedrige Gitterlinie. Direkt vor der Bühne gehört keine Umzäunung hin, sondern eine Barriere für Personendruck, siehe MOJO Barriers.
Höhe und Übersteigschutz an Risikobereichen
Übersteigschutz ist eine Frage einzelner Abschnitte, nicht der ganzen Linie. An der offenen Feldseite genügt die Standardhöhe von zwei Metern. An Backstage, Technikflächen, Kassen und Lager entscheidet dagegen, wie leicht jemand über die Linie kommt, solange niemand hinsieht.
Vier Punkte machen einen Abschnitt schwer übersteigbar: volle Elementhöhe ohne Lücke zum Boden, eine geschlossene oder engmaschige Fläche statt eines Gitters mit Trittmaschen, Betonfüße auf der Innenseite statt als Trittstufe nach außen, und ein freier Streifen vor dem Zaun. Gestapelte Paletten, abgestellte Absperrgitter oder Bierzeltgarnituren an der Linie heben die Höhe praktisch auf.
Prüfen Sie diese Abschnitte im Rundgang vor der Veranstaltung und ein zweites Mal nach dem Aufbau der Nachbargewerke. Die Stapelhilfen entstehen meist erst dort.
Miete, Auf- und Abbau: der Ablauf
Für Veranstaltungen wird die Umzäunung gemietet, nicht gekauft. Der Kauf lohnt erst bei dauerhafter Nutzung am selben Ort, weil Lagerung, Transport und Instandhaltung sonst an Ihnen hängen bleiben. Bei MOJO Rental läuft die Miete in vier Schritten: Anfrage mit Menge und Zeitfenster, Angebot, Anlieferung und Aufbau, Abbau und Abholung nach dem Event. Den Auf- und Abbau übernehmen wir auf Wunsch komplett.
Der Preis hängt an mehreren Größen. Diese Faktoren bestimmen ihn:
| Kostenfaktor | Was ihn treibt |
|---|---|
| Menge | laufende Meter der Zaunlinie, Zahl der Tore |
| Mietdauer | Zeit zwischen Anlieferung und Abholung, nicht nur die Eventtage |
| Ausstattung | Sichtschutz, Tore, zusätzliche Beschwerung |
| Untergrund | Ballast und Aufbauaufwand bei weichem oder geneigtem Boden |
| Transport | Entfernung und Zahl der Lkw-Fahrten |
| Leistungsumfang | Selbstaufbau oder Aufbau und Abbau durch unser Team |
Tabelle horizontal scrollbar
Planen Sie den Aufbau früh im Zeitplan ein. Die Zaunlinie steht vor den Zelten und vor der Technik, weil sie die Baustelle selbst absichert, und sie fällt in der Abbauplanung als Letztes. Wird sie vergessen, steht das Material am Anlieferungstag vor einem offenen Gelände.
Häufige Fragen
Eine Umzäunung ist ein Zaunsystem, das eine Fläche nach außen abgrenzt und Unbefugte am Betreten hindert. Bei Veranstaltungen besteht sie aus gemieteten Elementen, die temporär stehen. Sie markiert die Geländegrenze, lenkt Besucher zu den Eingängen und schützt Technik-, Lager- und Backstageflächen vor Zutritt.
Einen Pauschalpreis gibt es nicht, weil mehrere Größen zusammenkommen. Die wichtigsten sind Menge und Mietdauer.
| Faktor | Wirkung auf den Preis |
|---|---|
| Laufende Meter und Tore | bestimmt die Grundmenge |
| Mietdauer inklusive Auf- und Abbautagen | linearer Haupttreiber |
| Sichtschutz und Zusatzballast | erhöht Material und Transport |
| Aufbau durch das Vermietteam | ersetzt eigene Crew-Stunden |
Tabelle horizontal scrollbar
| Zaunart | Typischer Einsatzfall |
|---|---|
| Mobilzaun, 2 m | Außenlinie des Geländes |
| Mobilzaun mit Sichtschutz | Blickschutz an Backstage und Lager |
| Absperrgitter | Wegränder und Streckenführung |
| Bauzaun | Aufbauphase und Baustellenabschnitte |
Tabelle horizontal scrollbar
- Umfang der Zaunlinie in laufenden Metern aus dem Geländeplan abnehmen.
- Durch die Elementbreite von 3,50 Metern teilen und aufrunden.
- Für jedes Sechs-Meter-Tor rund zwei Elemente abziehen und das Tor ergänzen.
- Fünf Prozent Reserve für Ecken und Versatz aufschlagen.
Die Anforderungen kommen aus der Genehmigung für die konkrete Veranstaltung, nicht aus einer allgemeinen Zaunnorm. Maßgeblich sind:
- das Sicherheitskonzept, das die Behörde prüft und freigibt
- freie Rettungswege, Notausgänge und Feuerwehrzufahrten in der Zaunlinie
- die Standsicherheit der aufgestellten Elemente, besonders mit Sichtschutz
- Auflagen der örtlichen Behörde zu Höhe, Öffnungen und Bewachung
Konkrete Maße und Breiten legt die Behörde im Einzelfall fest. Holen Sie die Zaunlinie deshalb früh in die Abstimmung, statt sie nach der Genehmigung nachzuziehen.
Verwandte Begriffe
Fachliche Grundlagen
- Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO), Fassung Juli 2014, Fachkommission Bauaufsicht: § 7 (Bemessung der Rettungswege) und § 43 (Sicherheitskonzept, Ordnungsdienst). § 43 verlangt bei mehr als 5.000 Besucherplätzen ein Sicherheitskonzept in Abstimmung mit den für Sicherheit oder Ordnung zuständigen Behörden. Eine bestimmte Zaunart, Zaunhöhe oder Absperrungsbauweise schreibt die Verordnung nicht vor. Die MVStättVO ist ein Mustertext; verbindlich ist jeweils die Versammlungsstättenverordnung des Bundeslandes.
- DIN EN 13200-3:2018-12 „Zuschaueranlagen – Teil 3: Abschrankungen – Anforderungen“, erarbeitet von CEN/TC 315, deutscher Spiegelausschuss NA 005-01-34 AA im DIN-Normenausschuss Bauwesen. Die Norm regelt Trennelemente innerhalb von Zuschauerbereichen fester und temporärer Veranstaltungsstätten. Für die mobile Umzäunung eines Geländes gilt sie nicht.
- Praxiseinordnung: MOJO Rental GmbH als Vermieter von Mobilzaun- und Absperrsystemen einschließlich Auf- und Abbau.