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Glossar

Abfallkonzept Veranstaltung

Ein Abfallkonzept regelt vor dem Aufbau, wo auf Ihrem Gelände Abfall gesammelt wird und wer ihn abholt. Für Veranstalter und Projektleiter: was hineingehört und wie Sie Behälter planen.

4 Min. Lesezeit
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026
Genehmigungsauflage · Mehrweg in der Gastronomie · Behälter und Sammelstellen
Kurzfassung

Ein Abfallkonzept ist der schriftliche Plan für den Abfall Ihrer Veranstaltung. Es legt fest, wo Behälter stehen und wer sie wann leert. Viele Städte verlangen es als Auflage in der Genehmigung, und ohne Plan laufen Tonnen über. Verantwortlich ist der Veranstalter.

01 — Definition

Was ist ein Abfallkonzept für eine Veranstaltung?

Ein Abfallkonzept für eine Veranstaltung ist ein schriftlicher Plan für den Abfall vom Aufbau bis zur Rückgabe der Fläche. Es gehört zur Eventlogistik. Ohne Plan laufen Tonnen über, und gemischter Abfall kostet mehr. Das Konzept hat vier Aufgaben: Abfall vermeiden, getrennt sammeln, Leerung planen und Besucher informieren.

02 — Pflicht

Wann ist ein Abfallkonzept Pflicht?

Kein Bundesgesetz schreibt für jede Veranstaltung ein Abfallkonzept vor. Für die Nutzung öffentlicher Flächen brauchen Sie aber eine Erlaubnis der Stadt, etwa beim Straßenfest auf dem Marktplatz. Dort oder in der Genehmigung steht das Konzept oft als Auflage. Ob Sie eines brauchen, entscheidet die Behörde am Veranstaltungsort.

Auch ohne Auflage gilt die Gewerbeabfallverordnung. Danach sammeln Sie Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle, Holz, Textilien und Bioabfall getrennt und belegen das im Konzept.

03 — Inhalte

Was muss in einem Abfallkonzept stehen?

Diese Angaben gehören hinein. Was die Behörde noch verlangt, steht in der Auflage.

  • Art und Menge der Abfälle je Fraktion, also je Sorte wie Karton oder Bioabfall.
  • Behälter: Typ, Volumen, Anzahl und Standort.
  • Leerung und Verbleib: wie oft der Entsorger leert und wohin jede Fraktion geht.
  • Ansprechpartner je Partei, auch für die Nacht: Veranstalter, Catering, Entsorger und Location.
  • Informationen für Besucher: Schilder und Stellen für die Rückgabe von Mehrweg.
  • Dokumentation nach der Veranstaltung: Nachweise und echte Mengen als Erfahrungswert fürs nächste Event.
Zwei Mitarbeiter mit Klemmbrett auf der leeren Veranstaltungsfläche in der Morgendämmerung
Wer den Zustand der Fläche vor dem Betrieb festhält, hat bei der Rückgabe einen Vergleich.
04 — Mehrweg

Abfall vermeiden: Mehrweg in der Gastronomie

Seit dem 1. Januar 2023 müssen Stände nach dem Verpackungsgesetz Mehrweg anbieten. Das gilt, wenn sie Speisen in Einwegplastik oder Getränke in Einwegbechern ausgeben. Kleine Stände dürfen stattdessen Behälter füllen, die Gäste mitbringen. Klein heißt: höchstens fünf Beschäftigte und höchstens 80 m² Fläche zum Verkauf.

Eine Verordnung des Bundes setzt dazu eine Richtlinie der EU um. Sie verbietet bestimmte Artikel aus Einwegplastik, etwa Besteck, Teller, Trinkhalme und Rührstäbchen. Geben Sie Ihren Standbetreibern deshalb schriftliche Regeln für Geschirr und Rücknahme.

Abfallkonzept Veranstaltung: grüne Abfalltonne am Rand der Gastronomiefläche beim Konzert
Ein Sammelpunkt am Rand der Gastronomiefläche: nah an den Gästen und gut anfahrbar.
05 — Behälterbedarf

Behälterbedarf rechnen

Die Zahl der Behälter hängt von vier Dingen ab: Besucherzahl, Dauer, Gastronomie und wie oft der Entsorger leert. Ein Gelände mit zwei Reihen Essensständen macht mehr Abfall als ein doppelt so großes ohne Ausschank.

  1. Erfahrungswert hochrechnen: Teilen Sie das geleerte Volumen eines ähnlichen Events durch die Zahl der Gäste. Diesen Wert rechnen Sie auf Ihr Event hoch.
  2. Behälter je Fraktion wählen: Abfallbehälter für Veranstaltungsflächen gibt es von 30 bis 240 Litern. Mülltonnen mit 240 Litern nehmen den Restabfall auf. Abfallsammler mit 140 Litern stehen gut an Wegen und beim Catering.
  3. Leerung abstimmen: Sprechen Sie früh mit dem örtlichen Entsorgungsunternehmen. Legen Sie fest, wie oft es leert.
  4. Reserve planen für den stärksten Tag und für Regen.
06 — Sammelstellen

Sammelstellen im Site-Plan platzieren

Eine Sammelstelle ist der Platz, an dem mehrere Behälter zusammen stehen. Tragen Sie jede in den Site-Plan ein, den Lageplan Ihres Geländes.

  • Nah an den Gästen: am Ausgang der Essensstände und an Kreuzungen, nicht hinter dem Zelt.
  • Anfahrbar: Der Lkw des Entsorgers muss nah heran und wenden können. Das gehört ins Zufahrtsmanagement.
  • Frei von Rettungswegen: Behälter verengen keine Fluchtwege und stehen nie vor Ausgängen.
  • Boden: Tonnen auf Rollen brauchen festen, ebenen Grund. Auf Rasen oder Schotter legen Sie Bodenplatten aus.
  • Klar beschildert: einfache Symbole, überall dieselben Farben, Schilder auf Augenhöhe. Für die Abfalltrennung stehen die Behälter aller Fraktionen nebeneinander. Sonst landet alles im Restabfall.
Mitarbeiter notiert auf dem Klemmbrett, während ein Kollege Bodenplatten stapelt
Im Aufbau entscheidet der Untergrund, wo eine Sammelstelle stehen kann.
07 — Kosten

Kosten und Nachhaltigkeit

Jede Leerung ist Aufwand für Fahrzeug und Personal. Sauber getrennter Abfall kostet meist weniger als gemischter. Für die Nachhaltigkeit Ihrer Veranstaltung zählen die Mengen je Fraktion. Sie gehen in die CO2-Bilanz des Events ein und zeigen, was Ihre Maßnahmen für die Umwelt bringen.

MOJO vermietet die Behälter. Lieferung und Abholung buchen Sie auf Wunsch dazu. Bei Größe und Anzahl berät Sie Ihr Projektleiter. Leerung und Nachweise liegen bei Ihrem Entsorger. Container und Pressen für Müll führt MOJO nicht.

FAQ

Häufige Fragen

Eine feste Zahl für ganz Deutschland gibt es nicht. Städte und Gemeinden legen selbst fest, ab wann sie ein Konzept verlangen. Fragen Sie beim Ordnungsamt nach dem Wert für Ihren Veranstaltungsort.

  • Mehrwegbecher mit Pfand statt Einwegbechern
  • Wasser in Karaffen beim Firmenevent statt in Einwegflaschen
  • Programm und Tickets digital statt gedruckt
  • Banner, die Sie mehrmals nutzen, statt Einwegplanen
  • Umverpackungen beim Lieferanten lassen

Abfallverwertung heißt, dass Abfall noch einmal genutzt wird. Er wird zu Rohstoff oder zu Brennstoff. Das Abfallrecht stellt das hinter die Vermeidung und vor die Beseitigung. Getrennter Karton geht ins Recycling, Restabfall meist in die Verbrennung.

  1. Auflagen und Fristen bei der Stadt erfragen.
  2. Mengen von einer ähnlichen Veranstaltung ableiten.
  3. Mehrweg und Rücknahme mit den Standbetreibern regeln.
  4. Behälter rechnen und Sammelstellen in den Site-Plan eintragen.
  5. Leerung mit dem Entsorger abstimmen, nach dem Event Nachweise ablegen.

In einer Versammlungsstätte mit mehr als 5.000 Besucherplätzen ist es Pflicht. Sonst entscheidet die Behörde nach Größe und Risiko der Veranstaltung. Mit dem Abfallkonzept berührt es sich an den Rettungswegen: Keine Sammelstelle darf einen Fluchtweg verengen.

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Verwandte Begriffe

Grundlagen

Fachliche Grundlagen

  • § 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG): fünfstufige Abfallhierarchie, Vermeidung vor Verwertung vor Beseitigung. Primärquelle: gesetze-im-internet.de/krwg/__6.html
  • §§ 3 und 4 Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV): Getrennthaltungspflicht der sieben Fraktionen und Dokumentationspflicht, einschließlich der Ausnahme bei technischer Unmöglichkeit oder wirtschaftlicher Unzumutbarkeit.
  • §§ 33 und 34 Verpackungsgesetz (VerpackG): Mehrwegangebotspflicht seit 1. Januar 2023; Ausnahme für Betriebe mit höchstens fünf Beschäftigten und höchstens 80 m² Verkaufsfläche, beide Bedingungen zugleich.
  • Einwegkunststoffverbotsverordnung (EWKVerbotsV): Verbot bestimmter Einwegkunststoffartikel, darunter Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen sowie Behälter und Becher aus expandiertem Polystyrol.
  • § 43 Abs. 2 Muster-Versammlungsstättenverordnung (MVStättVO): Sicherheitskonzept für Versammlungsstätten mit mehr als 5.000 Besucherplätzen; Vorlage für die Versammlungsstättenverordnungen der Länder.
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